Im Islam ist kritisches Hinterfragen erwünscht

Im Islam ist es keinesfalls verboten ein göttliches Gesetz zu hinterfragen. Fragen sind notwendig, um einen Sachverhalt zu begreifen. Inhaltliche Zusammenhänge können nur verstanden werden, wenn man Unklarheiten aus dem Weg räumt. Allah fordert uns daher im Heiligen Koran immer wieder dazu auf, nachzudenken über Seine Botschaft. Wir sollen nicht blind irgendwelche Handlungen und Rituale vollführen, sondern uns mit dem Islam aktiv auseinandersetzen. 

Hinter jeder göttlichen Anordnung verbirgt sich eine Philosophie. Es gibt keine göttliche Vorschrift, die keinen logischen Hintergrund hat. Jedes Ge- bzw. Verbot können wir mithilfe unserer menschlichen Verstandeskraft erforschen. Dieser Forschungs- und Verständnisprozess ist zeitlich unbegrenzt. Daher verstehen wir auch in der heutigen Zeit manche Gesetze des Islams besser, als in den vergangenen Jahrzehnten. Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Alkohols und anderer Drogen wurden beispielsweise erst mit dem medizinischen Fortschritt aufgedeckt. >>> Weiterlesen >>>

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Muslim, Christ oder Jude – Spielt das eine Rolle?

Einige “muslimische Intellektuelle” der Neuzeit versuchen die Theorie vom Pluralismus (nach u.a. Immanuel Kant, John Hicks) auf den Islam zu projizieren. Um ihren Standpunkt zu festigen, bedienen sie sich des Korans. Dabei ignorieren sie jedoch den Kontext der Verse. Ihr bekanntestes Argument in dieser Debatte ist die Definition des Wortes Islam.

Sie behaupten, dass die Hauptbotschaft Allahs die Unterwerfung (submission) Ihm gegenüber sei und dass es keine Rolle spielen würde, ob dies nun durch Abraham, Moses, Jesus oder Muhammad erreicht wird. Nach dieser Theorie würde es also keinen Unterschied machen, ob man Muslim, Christ oder Jude wäre, denn letztendlich würden alle abrahamitischen Religionen zu dem selben Ziel führen. 

Stimmt das? 

Zu aller erst müssen wir festhalten, dass der Islam mit den Wörtern Unterwerfung und Hingabe durchaus beschrieben werden kann. Der Islam ist die Religion der freiwilligen Unterwerfung, aber die Realität der Unterwerfung hat zu jeder Zeit eine spezielle Form. Und in dieser Zeit ist es die Form, die uns der letzte Prophet – Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) – gebracht hat. Daraus folgern wir, dass mit dem Wort Islam (Unterwerfung) nur diese endgültige Form gemeint ist und keine andere Form aus der Vergangenheit. >>> Weiterlesen >>>

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Was ist Fiqh?

Das arabische Wort Fiqh bedeutet wörtlich soviel wie “Erkenntnis oder Verständnis haben von etwas”. Es bezeichnet die islamische Rechtswissenschaft, die sich im Laufe der Zeit aus dem islamischen Recht (scharia) herausgebildet hat. Fiqh befasst sich mit den Ge- und Verboten des Islams und ihrer korrekten Auslegung.

Das Studium der Rechtswissenschaft gehört zur Grundausbildung eines jeden Gelehrten. Der Rechtsgelehrte, der sich mit der Rechtsfindung (idschtihad) befasst, wird Faqih genannt. Er kennt sowohl die Methoden der Rechtsfindung, als auch die vier Quellen der Erkenntnis.

Über die Wichtigkeit von Fiqh und Scharia

Im Islam ist die Unkenntnis über Fiqh keine Entschuldigung für das nicht Einhalten der islamischen Grundsätze. Wer sich in Fiqh nicht auskennt und eine vermeintlich gute Tat vollbringt, kann manchmal sogar dafür bestraft werden, auch wenn die Absicht rein war. Imam Ali (Friede sei mit ihm) sagte: „Jeder der den Islam befolgt ohne Kenntnisse zu haben in Fiqh, ist zwar auf dem richtigen Weg, geht aber in die falsche Richtung.“ >>> Weiterlesen >>>

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Ali nur ein guter Freund des Propheten?!

- Ein fiktiver Gastbeitrag -

Letzte Woche war ich bei Musa, meinem türkischen Freund. Wir sprachen über alle möglichen Themen des Alltags und wie so oft in letzter Zeit, auch über den Islam. Ich erzählte ihm etwas über den Tag von Ghadir. Jenem Tag, an dem Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) seinen Cousin und Bruder im Glauben Ali ibn Abi Talib (Friede sei mit ihm) zu seinem Nachfolger ernannte.

Als Musa das Wort „Nachfolger“ hörte, schaute er mich erzürnt an: “Ich kenne die Geschichten über Ghadir. Prophet Muhammad hat Ali nicht zu seinem Nachfolger ernannt. Er sagte nur: ‚Wessen Mawla ich bin, dessen Mawla ist auch Ali.’ Unsere Gelehrten sagen, dass das arabische Wort Mawla 15 verschiedene Bedeutungen haben kann. Wieso sollte es ausgerechnet Nachfolger heißen? Der Prophet wollte an diesem besonderen Tag nur zum Ausdruck bringen, dass Ali der Freund und Helfer der Muslime ist. Nicht mehr und nicht weniger.“ >>> Weiterlesen >>>

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Tafsir – Sura al-Fatiha (1:1-7)

… Den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht derer, denen du zürnst und nicht der Irregehenden.

… Siratal ladhina an’amta alayhim ghayril maghdhubi alayhim wa la dhaalin.

Im vorletzten Vers der Sura al-Fatiha haben wir Allah um Seine Rechtleitung gebeten: Führe uns den geraden Weg. Im letzten Vers konkretisieren wir diesen Wunsch. Allah soll uns dabei unterstützen den Islam zu leben. Unser privates und gesellschaftliches Leben soll durchdrungen sein von Seinen Segnungen. Wir möchten den Glauben nicht nur mit der Zunge bezeugen, sondern auch den Zauber der religiösen Praxis spüren.

Jeder Moment in unserem Leben ist in Wirklichkeit ein Moment der Erkenntnis. Ein Zeichen, dass bei richtiger Deutung, unsere geistige und praktische Erziehung fördern kann. Wir können auch sagen: Die Allgegenwart Allahs manifestiert sich in den alltäglichen Erfahrungen und diesseitigen Prüfungen.

Der Weg der Irregehenden

Im zweiten Teil des Verses distanzieren wir uns von denen, die die Wahrheit erkannt haben, aber sich dennoch davon abwenden. Diese Menschen trifft der Zorn Allahs. Ein koranisches Beispiel hierfür ist das Volk der Bani Israel. Die Söhne Israels erfuhren einst die Gnade Allahs, doch das hielt sie nicht davon ab, sich später abzuwenden, sodass Allahs Zorn über sie kam.

Im letzten Drittel des Verses wird die Gruppe der Irregehenden angesprochen. Auch zu dieser Gruppe möchten wir nicht gehören. Diese Menschen gehen jeden Tag einen anderen Weg, aber keiner dieser Wege führt sie zum Ziel – dem Paradies, unserer ursprünglichen Heimat. >>> Weiterlesen >>>

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