Ghadir Khumm – Wilayah und Imamah
Bei seiner letzten Pilgerfahrt nach Mekka, wurde Prophet Muhammad von tausenden Anhängern begleitet. Die Zahl der Pilger nahm rasant zu, nachdem es sich überall herum gesprochen hatte, dass Prophet Muhammad die Pilgerfahrt durchführte. Alle wollten dabei sein und so wuchs die Pilgerzahl auf über 100.000 Menschen. Nach der Hadsch machten sich alle wieder auf dem Heimweg. Die Muslime legten eine Rast ein bei Ghadir Khumm, wo sich eine Wasserstelle befand. Ghadir Khumm war auch der Ort, an dem sich die Wege der Pilger trennten. Einige Muslime mussten nach Süden in den Jemen, andere nordwestwärts nach Ägypten und wieder andere nordostwärts nach Medina.

Bei Ghadir Khumm trennten sich die Wege der Pilger
Die wichtige Ansprache bei Ghadir Khumm
An diesem Ort erhielt Prophet Muhammad (ص) vom Erzengel Gabriel folgenden Koranvers überbracht: “O du Gesandter! Verkünde, was zu dir von deinem Herrn herab gesandt wurde; und wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht verkündigt. Und Allah wird dich vor den Menschen schützen. Wahrlich, Allah weist den ungläubigen Leuten nicht den Weg.” Quelle * Prophet Muhammad (ص) ließ eine Kanzel errichten und die Gläubigen zu sich rufen. Alle sollten bei dieser wichtigen Ansprache dabei sein, sodass diejenigen, die sich bereits frühzeitig auf dem Heimweg gemacht hatten, wieder zurückgerufen wurden. Prophet Muhammad (ص) wartete geduldig bis alle wieder da waren. Nach dem Mittagsgebet hielt er vor über 100.000 Muslimen seine letzte öffentliche Rede vor größerer Versammlung vor seinem Ableben drei Monate später.
Die Ansprache war lang und inhaltvoll, aber der wichtigste Punkt war die Ernennung von Imam Ali (ع) zum Führer der Muslime. Prophet Muhammad (ص) nahm die Hand von Ali (ع) und verkündete den Muslimen: „Derjenige, dessen Herr (maula) ich bin, von dem ist auch Ali sein Herr (maula). Oh Gott, sei der Freund dessen, der ihn zum Freund hat und sei der Feind dessen, der ihn zum Feind hat.” Unmittelbar nach dem Ende der Rede wurde folgender Vers aus dem heiligen Koran offenbart: „Heute habe ich eure Religion vervollkommnet und meine Gnade an euch erfüllt, und ich war zufrieden das Islam eure Religion sein wird.“ Quelle * Nach der Verkündung bat der Prophet Muhammad (ص) jeden, Imam Ali (ع) den Treueid zu schwören. Unter denen, die Folge leisteten, war auch Umar ibn Khatab. Er sagte: „Gratuliere, Sohn des Abu Talib! Nun bist du der Gebieter aller gläubigen Männer und Frauen geworden!”
Sunnitische Referenz: 1. Al-Musnad von Ahmad Ibn Hanbal, B. 4, S. 281 – 2. Sirr al-Alamin von Imam al-Ghazzali, S. 12 – 3. Tazkirat al-Khawas von Ibn al-Jauzi, S. 29 – 4. ar-Riyad al-Nadira von al-Tabari, B. 2, S. 169 – 5. Kanz al-Ummal, B. 6, S. 397 – 6. al-Bidaya wal-Nihaya von Ibn Kathir, B. 5, S. 212 – 7. al-Tarikh von Ibn Asa – 8. (…)
Das Ereignis von Ghadir gerät in Vergessenheit
Bei Ghadir wurde Imam Ali (ع) zum Nachfolger des Propheten Muhammads (ص) bestimmt. Die anwesenden Gefährten sollten ihm gratulieren und ihre Treue bekunden. Dies taten sie, aber als der Prophet verstarb, hielten sich viele Gefährten nicht mehr an das Versprechen. Es bildeten sich Gruppierungen und einer dieser Gruppierung bestimmte Abu Bakr as-Siddiq zum Nachfolger. Diese Wahl widersprach der göttlichen Wahl, denn bei Ghadir wurde Ali durch Allah zum Nachfolger bestimmt. Die Wahl von Abu Bakr durch einige Gefährten spaltete die Gemeinschaft der Muslime. Die Sunnah des Propheten wurde ignoriert. Obwohl Imam Ali und seine treuen Gefährten im Recht waren und Ali der rechtmäßige Nachfolger war, zogen sie sich zurück, denn die Bewahrung der Einheit war wichtiger. Ein Krieg um das Kalifenamt hätte die muslimische Gemeinschaft geschwächt.
Wilayah von damals bis heute
Das Ereignis von Ghadir ist eng verbunden mit dem Thema Wilayah (Führung/Herrschaft). Die vergangenen und aktuellen Niederlagen der Muslime sind verbunden mit Ghadir. Das Massaker von Karbala bei dem Imam Husayn (ع) und seine Anhänger getötet wurden ist verbunden mit Ghadir. Warum? Weil die Menschen ihren Loyalitätsbekundung zu Imam Ali, zur Ahl-ul-Bayt, zu allen Propheten, zum gesamten wahrhaftigem Islam vergessen haben. All das Leid, dass die Imame erlitten ist verbunden mit Ghadir und all das Leid, dass die Muslime heute erleiden ist verbunden mit Ghadir.
Auch heute haben wir einen Wali. Unser Wali (Führer) ist Imam-ul-Ummah Sayyid Ali Khamenei, der Stellvertreter von Imam Mahdi (ajf). Der Erfolg der Muslime hängt vom richtigen Islamverständnis ab. Die Muslime waren immer dann siegreich, wenn sie die Lehren von Ghadir und Karbala umsetzen und sie erlitten immer dann Niederlagen, wenn sie ihren Wali im Stich ließen.
Der Glaube an Tauhid und Nubuwwah basiert auf Wilayah
Das Fundament des Islams besteht aus Tauhid (Einheit Gottes) und Nubuwwah (Prophetentum). Das islamische Glaubensbekenntnis (schahada) lautet: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt und das Muhammad der Gesandte Gottes ist.“ Worauf basieren diese zwei Punkte? Sie basieren auf Wilayah (Führung/Herrschaft). Durch das Glaubensbekenntnis bezeuge ich, dass ich die Führung Allahs und Seines Gesandten anerkenne. Wer also Wilayah nicht akzeptiert, hat auch Tauhid und Nubuwwah nicht akzeptiert. Und wir gehen noch weiter. Wir sagen: Wer Aliyyun Waliyyullah nicht bezeugt, hat auch keinen Bezug zu aschhadu anna mohammadan rasululah. Wer das Ergeignis von Ghadir und damit das Imamat leugnet ist zwar Muslim, aber kein Mumin, denn sein Bekenntnis zum Propheten ist fehlerhaft. Wer sich zum Propheten Muhammad (ص) bekennt, muss auch seiner Sunnah folgen, alles andere ist Heuchelei. Und die Sunnah des Propheten besagt, dass wir an das Imamat von Imam Ali und alle anderen Imame festhalten müssen bis zur Rückkehr von Imam Mahdi (ajf).
Wer die Wilayah (Führung) der Ahl-ul-Bayt und das Imamat nicht anerkennt, ertastet nur die Oberfläche von „La ilaha illallah.“ Wer sein Tauhid nicht von den Reinen (masumin) lernt, geht in die Irre. Die Salafiten sind das beste Beispiel dafür. Sie behaupten die einzigen wahren Monotheisten zu sein, aber ihr Tauhid ist voller Fehler. Ihr Tauhid stützt sich auf falsche Überlieferungen (ahadith) von sündigen Sahaba (Gefährten). Der Tauhid der Salafiten orientiert sich an Aussagen von Abu Huraira, wonach Allah (swt) vom Himmel hinabsteigen würde, Füße und Hände hätte, für unsere Augen sichtbar wäre, … Die Salafiten glauben tatsächlich, dass Allah Augen, Füße, Hände und Arme hätte, obwohl diese Vorstellungen dem Koran widersprechen. Aber warum glauben sie trotzdem daran? Weil sie nicht eingestehen können, dass die meisten ihrer Überlieferungen fehlerhaft sind. Stattdessen halten sie weiterhin fest an diesen falschen Gedanken, auch wenn sie dem Koran widersprechen. Das ist das bittere Ergebnis, wenn man Ghadir ignoriert und die Wilayah der Ahl-ul-Bayt und das Imamat leugnet. Wer die Rechtleitung nicht von den Ahl-ul-Bayt nimmt ist verloren. Ohne die authentische Wilayah ist der Islam kein Islam mehr.
Auch Nubuwwah (Prophetentum) basiert auf Wilayah. Der Vers „Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt“ kam bei Ghadir. Das Prophetentum von Muhammad (saw) dauerte 23 Jahre, aber Allah sagt im heiligen Koran, dass ohne die Erklärung Alis zum Imam und Nachfolger, der Prophet seine Aufgabe nicht erfüllt hätte. Ohne das Ereignis von Ghadir wären 23 Jahre Prophetentum umsonst gewesen. Der Islam wäre unvollständig gewesen. Erst durch die Wilayah und das Imamat der zwölf Imame wird die Religion „vervollständigt“.
Wer jedoch sein Prophetentum nicht von den Reinen (masumin) lernt, glaubt daran dass der Prophet (s) im Sterbebett Unsinn sprach (astagfirullah). Viele Muslime glauben an Überlieferungen, in denen gesagt wird, dass der Prophet ein sündhafter Mensch war. Es wird behauptet, dass Jibrail sich als Teufel ausgab, als der Prophet krank war und der Prophet Jibrail nicht erkannte, aber Umar ibn Khattab dies tat. Umar half dem Propheten, worauf der Prophet zum ihm gesagt haben soll: „Wärst du nicht da, hätte ich kein Ansehen.“ Das ist die falsche Sicht einiger Muslime über das Prophetentum. Sie beschmutzen die Ehre des Propheten, indem sie an falsche Überlieferungen festhalten.
Autor: Hessam Kordian















Vielen dank Bruder für deinen konstruktiven Artikel.