In einigen Gesellschaften wird der Meinung der Mehrheit sehr großen Wert beigemessen. Aber wie definieren wir den Begriff „Mehrheit“? Stellen wir uns vor in einem Dorf stellen 50 Menschen die Mehrheit und in einem anderem Dorf stellen 5000 Menschen die Mehrheit. Welches Dorf hat nun mehr Recht? Beide Dörfer besitzen Mehrheiten, die sich jedoch quantitativ voneinander unterscheiden. Nach welchem Dorf sollen wir uns bei moralischen Fragen richten? Wenn die Mehrheit in einer demokratischen Gesellschaft sich für eine Lebensart entscheidet, kommt die Mehrheit einer anderen Gesellschaft und drückt der ersten Gesellschaft ihren Stempel auf und behauptet es würde sich um ein Regime handeln. Die Gesetze dürfen nicht abhängig sein von Mehrheiten.
Unser Verstand sagt uns, dass es eine höhere Macht geben muss. Es muss einen Schöpfer geben, der uns geschaffen hat und uns dieses Bewusstsein für Moral und Ethik gegeben hat. Allah sagt im Quran: „Wir haben es auf Arabisch offenbart, damit ihr es versteht (12:2).“ Sag nicht, du kannst kein Arabisch. Was hält dich davon ab Arabisch zu lernen? Wer hindert dich daran deine Religion zu lernen? Geh und schau dir die jüdischen Schulen an. Dort können die Kinder alle Hebräisch sprechen. Sie lesen die Thora ohne Probleme. Wieso? Weil sie ihre Religion und Kultur wertschätzen! Wenn dir der Islam wirklich etwas bedeutet, wirst du auch einen Weg finden dein Wissen zu vermehren.
Bei meinen Vorträgen treffe ich oft Menschen mit den unterschiedlichsten Vorstellungen. Einmal kam zu mir ein alter Mann aus Syrien und beschwerte sich über Allah: „Wo ist Allah? Das gibt es nicht und das gibt es nicht.“ Ich sagte: „Bruder, ein Moment.“ Er war älter als ich und ich konnte ihm nicht sagen: „Du hast Unrecht!“ Wenn ich in seinem Alter wäre und ein Kleinkind sagt mir: „Du hast Unrecht“, würde ich mich beleidigt fühlen. So zitierte ich ihm einen Vers aus dem Quran und der alte Mann sagte nur: „Du hast Recht. Du hast wahrlich Recht.“ Ich zitierte ihm nur diesen Vers: „Gott will, dass Seinen Dienern keine Ungerechtigkeit geschieht (40:31).“ Hier kommt die Kraft des Qurans zum Vorschein. Du kannst fünf Jahre alt sein und mit einem 50 Jährigen diskutieren, solange du mit einem Vers argumentierst, wirst du erfolgreich sein. Dein Gegenüber wird nämlich bemerken, dass es nicht deine eigenen Worte sind. Das sind die Worte von Allah. Du hast ihm die Worte Allahs verlesen.
Geh und lerne den Quran. Am Jüngsten Tag wird sich der Quran beschweren: „Ich wurde ignoriert! Allah du hast mich als Rechtleitung gesandt, doch sie ignorierten mich! Sie packten mich in ihre Regale. Sie legten mich auf den Kopf von Reisenden.“ Den Quran zu öffnen ist sehr gut, es zu lesen ist noch besser und es zu begreifen ist noch wertvoller, aber es zu praktizieren ist das WICHTIGSTE! Lies täglich nur einen einzigen Vers. Wenn du keine Zeit hast, dann lies einen Vers in einem Monat oder einem Jahr. Ich sehe viele Geschwister, deren Haare bereits grau sind. Sie sind alt geworden und sagen immer noch: „Inscha’Allah …“ Und wenn Malakut-Mulk (der Todesengel) kommt, werden sie wahrscheinlich sagen: „Inscha’Allah, gibst du mir noch Zeit.“
Anmerkung: Frei übersetzt und ergänzt von Mahdiyar. Dieser Artikel orientiert sich an einem Vortrag von Hasanain Rajabali.







