Jeder der schon mal Bus gefahren ist, kennt diese Situation. An einer Haltestelle steigen einige Jugendliche ein und unterhalten sich laut. Durch ihre arrogantes Auftreten signalisieren sie allen Passanten im Bus, dass sie keinen Respekt haben. Jeder im Bus bemerkt diese Jugendlichen, aber niemand sagt etwas zu ihnen. Alle schweigen.
Niemand beachtet das Prinzip Al-amre bil maruf wal nahi anil munkar. So etwas sehen wir auch in Moscheen. Wenn jemand zu einem Kind in der Gemeinschaft sagt: Sei ruhig und setz dich jetzt dahin, fühlen sich viele Mütter beleidigt. Sie möchten, dass man sich bei ihnen beschwert, damit sie selber eine Maßnahme ergreifen. So darf es nicht sein. Wenn ich als Mitglied dieser Gemeinschaft etwas Schlechtes sehe, dann darf ich keine Angst haben dagegen etwas zu tun. Es darf nicht so sein, dass dadurch ein Konflikt mit den Eltern entsteht. Wenn wir Al-amre bil maruf wal nahi anil munkar nicht mal in der eigenen Gemeinschaft praktizieren können, dann haben wir ein ernstes Problem. Die Gläubige sind verantwortlich füreinander und sollen sich schützen. Allah spricht doch im Quran zu den Gläubigen mit diesen Worten: „Und die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Beschützer“
Wir sehen, dass die Botschaft wichtiger ist, als die Tat selber. Darüber müssen wir nachdenken, bevor wir Al-amre bil maruf wal nahi anil munkar ausführen wollen. Wenn man in Qum ist und dort gelernt hat, lernt man ganz schnell einige Sachen. Wenn z.B. der Lehrer aus versehen etwas Falsches sagt, geht man nicht einfach hin und sagt: „Das was Sie erzählt haben ist Falsch.“ Man weißt auf den Fehler hin, indem man z.B. fragt: „Diesen Punkt habe ich noch nicht richtig verstanden. Könnten sie das noch mal erklären.“ Man sagt nicht, dass die Person etwas Falsches erzählt hat, sondern man weißt darauf hin, dass man es selber nicht verstanden hat. Hier beginnt der Lehrer noch mal über seine Worte nachzudenken und bemerkt oftmals seinen Fehler. Das ist eine Möglichkeit jemanden auf seinen Fehler aufmerksam zu machen.
Imam Zainul-Abidin hatte einen Gefährten der Muhammad ibn az-Zuhri hieß. Zuhri war ein Tabii, also von der 3. Generation, der Generation nach den Sahaba. Er kam einmal zum Imam und sagte: „Was kann ich noch tun? Ich bin gut zu den Leuten, aber die meisten behandeln mich dennoch schlecht.“ Der Imam gab ihm einen Ratschlag: „Kontrolliere deine Zunge!“ Das ist nämlich meist die Ursache der Probleme. Der Imam sagte weiterhin: „Schau dir die Muslime an und betrachte sie als deine Familienmitglieder. Wenn du einen älteren Mann siehst, dann betrachte ihn als deinen Vater. Wenn du ein Kind siehst, dann betrachte es wie dein Eigenes. Und wenn jemand in deinem Alter ist, betrachte ihn als deinen Bruder. Wenn du die Menschen aus dieser Perspektive betrachtest, wirst du sehen, dass dein Verhalten sich ihnen gegenüber verändern wird.“ Wenn wir jemanden als unseren Vater betrachten, werden wir ihm Respekt erweisen, wenn wir jemand als unser Kind ansehen, werden wir darauf aufpassen und wenn wir jemanden als unseren Bruder ansehen, werden wir ihm überall helfen.
Der Imam sagte weiterhin: „Erst wenn du dich besser fühlst, als die anderen, wird dich Sheytan verführen.“ Wenn dieser Gedanke in unser Kopf gelangt, betrachten wir die Menschen aus einer hochmütigen Perspektive und empfinden Verachtung. Der Imam sagte: „Wenn du jemanden siehst, der älter ist als du und du sagst dir selber, du seiest besser als diese Person, dann sag zu dir selber: ‚Er ist älter als ich, das bedeutet, er hätte mehr Möglichkeiten in seinem Leben Gutes zu vollbringen als ICH! Er war also länger Mumin als ich.’ Du wirst dann bemerken, dass diese Person besser als du sein könnte. Wenn die Person jünger ist als du, dann sprich: ‚Ich hatte in meinem Leben mehr Gelegenheiten Sünden zu begehen, als diese Person. Er ist also besser als ich.’ Und wenn diese Person in deinem Alter ist, dann sprich: ‚Ich habe absolute Gewissheit über meine Sünden, aber Zweifel über die Sünden meines Bruders.’ Wieso solltest du also Zweifel über Gewissheit stellen? Wenn du die Menschen aus dieser Perspektive betrachtest, wird dir Allah dein Leben erleichtern. Du wirst viele Freunde haben und dein Leben in dieser Welt wird sehr schön sein.“
Anmerkung: Nach einem Vortrag von Hodschat-ul-Islam Sayyid Muhammad Rizvi – Frei übersetzt von Mahdiyar








Zu unserer Verantwortung als Moslime zählt auch der Umweltschutz. Im Koran sind zahlreiche Suren nach Tieren benannt oder nach Naturerscheinnungen. Warum wohl? Weil die Natur sehr wichtig ist für das Fortbestehen des Menschen. Also bitte etwas mehr Engagement beim Umweltschutz.