Es ist Punkt 9:00 Uhr und mein Handy-Wecker ertönt. Müde stehe ich auf und schalte den Alarm aus. Mein Kopf brummt vor Schmerzen. Der Tag hat noch gar nicht begonnen, aber ich habe bereits meine erste Erkenntnis: „Heute musst du auf dein Verhalten besonders achten, denn du warst bis spät in die Nacht wach und bist unausgeschlafen.“
Unausgeschlafenheit bringt viele Nachteile mit sich. Den ganzen Tag über fühlt man sich innerlich unruhig. Probleme und Sorgen des Alltags wirken stressintensiver als gewöhnlich. Eine falsche Bemerkung kann ausreichen und man verliert die Kontrolle über sich und wird wütend. Dabei sagte Imam Ali (der Friede sei mit ihm): „Der Gläubige trägt ein Lächeln auf dem Gesicht und Leid im Herzen.“
Wie kann man die Prüfungen des Diesseits am Besten meistern?
Im heiligen Koran findet sich eine Antwort. Darin heißt es im 28. Vers der Sura ar-Rad: „Im Gedenken Allahs finden die Herzen Ruhe“.Meine innere Unausgeglichenheit kann ich also erfolgreich bändigen, indem ich mich mit meinem Schöpfer beschäftige. Durch das Gedenken an Seine Allmacht, Seinen Vorschriften und Seinen Segnungen beruhigt sich mein Herz.
Das häufige Gedenken an Allah lässt den ersehnten Seelenfrieden einkehren. Mein Vertrauen in Ihm wächst wieder. Ich werde mir darüber bewusst, dass ich Ruhe bewahren muss. Mit frischer Glaubenskraft (iman) und einem freien Kopf kann man Prüfungen des Alltags am Besten meistern.
Wer sich von seinen Gefühlen in die Irre leiten lässt, begeht unüberlegte Handlungen. Aufregung und Panik helfen nicht bei der Lösung, sondern vergrößern meist das Problem. Prophet Muhammad (der Friede sei mit ihm) hat empfohlen unnötige Emotionen wie beispielsweise Zorn zu unterdrücken.
Denn erst wenn der Kopf frei ist von Emotionen, kann man sachlich urteilen. Deshalb sollte man Prüfungen von Anfang an mit Geduld begegnen. Gerade weil wir wissen: Nach einem harten Winter (Prüfung) folgt der ersehnte Frühling (Erleichterung).
Wahrlich, mit dem Schweren kommt die Erleichterung. Mit dem Schweren kommt die Erleichterung. (94:4-5)
Autor: Hessam Kordian







