Für sie waren es nur Kekse – Auswirkungen von Haram-Essen

- Autor: Hessam Kordian -

Was das Handy mit dem Gebet gemeinsam hat, habe ich bereits hier erklärt. Nun wollen wir schauen, was das Essen mit dem Gebet zu tun. Hierzu möchte ich eine kurze Geschichte aus meiner Zivildienstzeit erzählen: Ich war damals im Transportdienst eines Krankenhauses tätig. Jeden Morgen mussten wir die rollfaulen Essenstransporter zu den einzelnen Stationen schieben. Da natürlich nicht alle Stationen auf einer Ebene lagen, mussten wir auch den Aufzug nutzen. Die Tür ging auf, der Essenstransporter kam rein und wir sprangen hinterher. Während wir so nach oben fuhren, öffneten meine damaligen Arbeitskollegen die zwei großen Türen des Transporters. Warum? Das Frühstück auf den Tabletts war doch für die Patienten gedacht! Das Frühstück interessierte sie auch nicht, sondern die Kekse. Meine Arbeitskollegen hatten es auf die leckeren Kekse abgesehen. Sie öffneten also die Türen des Essenstransporters und mobsten sich die Kekse. Ich machte nicht mit, denn für mich war diese Handlung eine Sünde. Für sie war es nicht einmal etwas Schlechtes. Ganz im Gegenteil. Sie waren der Ansicht: Wer sich solche Chancen entgehen lässt ist dumm. Nach ihrer Vorstellung war ich also der Dumme.

Aber warum aß ich keinen Keks?

Weil ich wusste, dass geklautes Essen im Islam verboten (haram) ist. Die Kollegen akzeptierten meine islamische Einstellung, aber zu ihrer eigenen Verteidigung sagten sie Sätze wie: „Ach, das sind doch nur Kekse.“ Für sie waren es nur Kekse. Dabei hatte mein geliebter Prophet Muhammad (ص) sinngemäß in einer Überlieferung (hadith) gesagt: „Wer auch nur einen Bissen verbotenes Essen zu sich nimmt, dessen Gebete und Anrufungen werden für 40 Tage nicht akzeptiert.“ In einer anderen Überlieferung heißt es: „Ein Stück verbotenes Essen, wird dein Körper für 40 Tage verschmutzen.“

Wie haben wir diese Überlieferungen zu verstehen?

Bevor wir auf diese Frage eingehen, müssen wir uns zuerst einen kleinen Überblick verschaffen: Im Islam gibt es Speisegesetze, die Lebensmittel und Zutaten einordnen in erlaubt (halal) und verboten (haram). Da der Islam alle Lebensbereiche umfasst, sollen wir uns auch beim Essen nach dem Islam orientieren. Nach dem heiligen Quran zählt der Verzehr von verbotenem Essen zu den großen Sünden, weil erlaubtes Essen eine Vorrausetzung ist für den richtigen Glauben. Wir dürfen dieses Thema also keinesfalls gering schätzen. Zum Haram-Essen zählen beispielsweise:

-     Alkohol und Berauschendes – Siehe im Koran: 5:90

-     Schweinefleisch – Siehe im Koran: 5:3

-     Blut

-     Nebenprodukte vom Schwein (z.B. Gelatine)

-     Fleisch von Tieren, die nicht im Namen Gottes geschlachtet wurden

-     Fleisch von Tieren, die bereits vor der islamischen Schlachtung tot waren

Das sind nur einige Beispiele. Aber das Essen wird auch dann Haram für uns, wenn wir es uns illegal beschaffen * oder mit Haram-Geld * Essen legal kaufen.

Zu diesem Thema gibt es viele Überlieferungen:

  • Der Prophet sagte: „Wer sich wünscht, dass seine Anrufungen akzeptiert werden, muss sich von verbotenem Essen und verbotenem Einkommen fernhalten.“
  • Einst fragte ein Mann: „Ich wünsche mir die Akzeptanz meiner Taten.“ Prophet Muhammad (ص) gab ihm folgenden Ratschlag: „Halte dein Essen rein von Verbotenem und lasse nichts Verbotenes in dein Magen gelangen.“
  • In einer Überlieferung aus dem berühmten Hadithbuch Bihar ul-Anwar wird berichtet, dass Prophet Muhammad (ص) während seiner Himmelfahrt (miradsch), eine Gruppe von Menschen traf, die in ihren Händen Schüssel mit gutem und schlechtem Essen hielten. Sie aßen jedoch nur vom schlechten Essen. Der Prophet (ص) fragte: „Wer sind diese Menschen, die das gute Essen auslassen und nur das schlechte und faulige Essen gierig verzehren?“ Der Erzengel Gabriel antwortete ihm: „Das sind die Menschen aus deiner Gemeinschaft, die (zu Lebzeiten) verbotenes Essen zu sich nahmen.“

Was hat das Essen mit dem Gebet zu tun?

Wie aus den Überlieferungen hervorgeht, führt verbotenes Essen zur Nichtanerkennung der Gebete und Anrufungen für 40 lange Tage. Das sind die bitteren Konsequenzen eines geklauten Kekses. Allah (swt) hätte meine Gebete für 40 Tage nicht anerkannt, wenn ich nur einen geklauten Keks gegessen hätte.

Im Islam hat nämlich das Essen direkte Auswirkungen auf die menschliche Seele. Das Essen was wir zu uns nehmen ist zu vergleichen mit einem Samen, den wir in die Erde pflanzen. Ein guter Samen lässt einen gesunden Baum mit vielen Früchten wachsen. Ein schlechter Samen führt zu einem kranken Baum mit gar keinen oder gar ungenießbaren Früchten. Genauso ist es mit dem Essen. Erlaubtes Essen lässt Gutes in uns wachsen und schlechtes Essen lässt Schlechtes in uns wachsen. Imam Ali (ع) sagte auch: „Der Geist wird dadurch erhellt, dass man nur Erlaubtes isst.“ Möge Allah (swt) uns davor bewahren Haram-Essen zu verzehren.

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  • Kabulstern 16. August 2009 at 12:04

    Salam alaikum,

    wieso sollte man dann in den vierzig Tagen noch beten wenn man haram Essen gegesen hat? Allah wird es doch nicht annehmen. Das ist unlogisch.

    wasalam

  • Mahdiyar 19. August 2009 at 23:54

    As-salamu alaikum wr wb

    @Kabulstern

    :-) Liebe Bruder im Islam, du solltest nicht vorschnell ein Urteil abgeben. Die Logik liegt darin, dass du verpflichtet bist deine Ritualgebete zu verrichten, unabhängig ob du Halal oder Haram-Essen zu dir genommen hast. Allah (swt) hat die Freiheit deine Gebete und Anrufungen anzunehmen oder abzuweisen. Wenn du Haram-Essen einnimmst und betest, hast du eine Sünde begangen: 1. Haram-Essen. Wenn du Haram-Essen einnimmst und nicht betestet, hast du zwei Sünden begangen 1. Haram-Essen 2. Pflichtgebete missachtet.

    Wa alaikum as-salam

  • Sayed 28. August 2009 at 02:06

    Salam aleykum,

    auch das ist eine Art Strafe, dass Du trotzdem beten musst, diese Gebete aber nochmal nachholen musst nach vierzig Tagen.

    Wassalam

  • Hicham 2. Mai 2010 at 01:36

    salam w alaykom

    liebe geschwister, diese sache mit den 40 das allah 40 tage kein gebet von jmd akzeptiert ist die strafe dafür das man das gemacht hat was allah ohne hin schon verboten hat ich geh auf das thema ein von kabulstan also man sollte trotzdem beten denn niemand weiß ob allah dein gebet nicht doch akzeptiert solltest du aber nicht beten begehst du automatik schon eine 2 sünde und man sollte sünden sogut wie möglich vermeiden denn nur allah entscheidet über sünden und gutes erwarte vom leben nicht viel gutes streng dich an mach nur gutes für dein späteres leben den von der welt würst du nichts mit nehmen
    salam w alaykom

  • Anis 15. Mai 2010 at 21:46

    ich habe über 100 Diebstähle gemacht wie viele tage wird allah das nicht vergeben

  • Hessam 15. Mai 2010 at 23:35

    @ Anis

    Du solltest bereuen, deine Straftaten bei der Polizei melden, die Opfer entschädigen und mit dieser Sünde aufhören. Wenn du möchtest, dass Allah dir vergibt musst du dein Fehlverhalten korrigieren und an deiner Selbsterziehung arbeiten. Für Allahs Barmherzigkeit ist es nie zu spät.

  • Anis 18. Mai 2010 at 21:13

    vielen dank nochmal jetzt kann ich aufhören mit diebstahl

  • Anis 29. Mai 2010 at 12:35

    selamaleikum

    was ist mit haram geld gemeint?

  • Hessam 29. Mai 2010 at 13:06

    @Anis

    As-salamu alaikum wr wb,

    damit ist beispielsweise Einkommen aus Alkoholverkauf gemeint oder aus einer Diskothek (Musik + Alkohol), Kneipe (Alkohol), Kiosk (Alkohol + Glücksspiel/Lotterie), Tankstelle (Alkohol + Glücksspiel/Lotterie), Supermarkt (Alkohol + verbotene Lebensmittel z.B. Schweinefleisch) …

    Wa alaikum as-salam

  • Anonymous 23. September 2011 at 12:37

    was ist wenn man nicht weiß das z.B.das fleisch nicht im namens gottes geschlachtet wurde wenn man einen das aber so verkauft ??

  • thulfikar 14. Oktober 2011 at 17:45

    Salam Brüder und Schwestern,

    @Anonymous

    Zweifelsohne muss die Person Muslim sein, die dir dieses Fleisch als Halal-Fleisch verkauft. Wenn ja und er sagt dir, dass das Fleisch halal sei und es ist es aber nicht, dann ist er derjenige, der dafür Rechenschaft ablegen muss.

  • Asyia 29. Oktober 2011 at 13:10

    As salamu aleikum
    Was ist wenn man in den Muslimischen Geschäften kein Halal Fleisch findet
    was auch vorkommt?Wenn z.b Hergestellt in der Schweiz aber in der Schweiz darf man nicht schächten.Soll man dennoch beim Muslim Fleisch kaufen oder im normalen Lebensmittel laden?Bitte rasch antworten ist mir wichtig zu wissen
    InchaAllah
    wa aleikum salam
    Asyia

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