B i s m i l l a h
Sehr geehrte Besucher & liebe Geschwister im Islam, der Friede Gottes sei mit euch. Ich bin Hessam und IiF ist mein experimenteller Islamblog. Nach langjähriger Gemeindearbeit und Organisator diverser Veranstaltungen, beschloss ich dieses virtuelle Tagebuch ins Leben zu rufen. Der Inhalt setzt sich zusammen aus persönlichen Eindrücken, Gedanken und Erfahrungen aus dem Alltag und dem aktuellem Weltgeschehen aus muslimischer Sicht. Die Blogbeiträge sollen inschaallah und idealerweise aufklären, zum Nachdenken anregen und vor allem den kritischen Blick schärfen.

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Das Gebet

Was hat das Gebet mit dem Handy zu tun?

Das Gebet ist die Himmelsreise des Gläubigen

Das Gebet ist die Himmelsreise des Gläubigen

- Autor: Hessam Kordian -

Unser heutiges Zeitalter ist geprägt von einer unglaublichen Fülle von Informationen. Durch die weltweite Vernetzung hat die Kommunikation zwischen den Menschen stark zugenommen. Die Tendenz ist weiterhin steigend. Globale Informationsflüsse erreichen uns bis ins eigene Wohnzimmer. Mit einem Klick können wir auf internationale Wissensbestände zugreifen. Wer früher nicht wusste, wie man das Wort Rhythmus schreibt, musste mühselig im Wörterbuch nachschlagen. Heute kann man sich die korrekte Schreibweise ganz einfach ergoogeln *(das Wort gibt es tatsächlich).

Wer im ständigen Kontakt bleiben möchte, nimmt natürlich sein Handy mit. Das ursprünglich hundeknochengroße Telefongerät ist mittlerweile winzig klein und mit allerlei Funktionen ausgestattet ist. Das Motto der Erfinder lautet: kleiner, leichter & funktionsreicher. Mit den multifunktionalen Schweizer Taschenmessern kann man nicht nur simsen (noch so ein kreatives Wort), sondern auch Fernsehen oder das Handy als Navigationsgerät nutzen. Die Bluetooth-Technologie erlaubt sogar drahtlosen Datenaustausch mit anderen Geräten.

Alles in allem hat die große Vielseitigkeit dazu geführt, dass man sein Handy überall mitnimmt, auch in die Moschee. Wer regelmäßig die Gebetshäuser des Islams besucht, wird es kennen: Das Gemeinschaftsgebet wird zum Konzert der Klingeltöne. Von Schnuffels Kuschelsong über Bushido bis Mozart ist alles dabei. Bei soviel Lärmkulisse verlieren die meisten Betenden ihre Konzentration, mich eingenommen. Man könnte sich an dieser Stelle über die negative Entwicklung aufregen, aber konzentrieren wir uns lieber auf die folgende Frage: Was hat das Gebet mit den Handys zu tun? Nichts? Doch! Denk mal ganz genau nach. Okay, ich sag es dir.Zwischen dem Gebet und einem Handy gibt es eine ganz große Parallele. Das Gebet hat nämlich dieselbe Funktion, wie ein Handy. Mithilfe des Gebets kann ich mit meinem Schöpfer kommunizieren. In der Moschee ist die Netzstärke mit am Besten, daher bevorzuge ich diesen Ort. Dort kann ich meine Glaubensgeschwister treffen und mit ihnen gemeinsam beten. Das Gebet ist ein Dialog mit Allah (swt), dem Herrn der Welten.

Wenn Flugzeuge landen oder abheben möchten, nehmen sie Kontakt auf mit dem Kontrollturm, dem so genannten Tower. Diese Kommunikation zwischen Cockpit-Besatzung und Tower sorgt für mehr Sicherheit. Wir Menschen haben auch einen Tower. Wer ist unsere Tower? Allah! Das Gebet ist die Himmelsreise des Gläubigen.

Womit beginnt denn das Gebet? Mit der Kontaktaufnahme zum Tower. Wir sprechen „Allahu akbar“. Dann beginnt idealerweise unsere Reise. Mit voller Konzentration heben wir ab. Unsere ganze Aufmerksamkeit schenken wir Allah (swt). Wir bekunden unsere Loyalität, indem wir sprechen: „Dir allein dienen und dich allein bitten wir um Hilfe.“ Wir bemühen uns nicht abzustürzen, nicht die Konzentration zu verlieren. Und wenn unsere Reise beendet ist, bedanken wir uns beim Schöpfer mit erneuter Lobpreisung für die sichere Landung.

Das aufrichtige Gebet erleuchtet unser ganzes Wesen. Es erinnert uns an unsere Pflichten und ermöglicht die Reflektion über vergangene Tage. Reue und Schamgefühl gegenüber den Sünden wachsen. Was habe ich bloß getan? Warum war ich so schlecht gelaunt? Warum habe ich meine Zeit nicht sinnvoll genutzt?

Wir erwähnten bereits: Das moderne Handy kann man heute als Navigationsgerät benutzen, um seinen genauen Standort zu bestimmen. Das Gebet hat auch diese Funktion. Es ist das Navigationssystem des Gläubigen. Alte Sünden werden aufgezeigt und neue können durch Gehorsam und Gottesfurcht vermieden werden. Das aufrichtige, reine Gebet nähert uns Allah an. Ohne das Gebet würden wir nicht nur die Orientierung verlieren (Hochmut, Eigenliebe, Egoismus, …), sondern schrittweise auch den islamischen Glauben. Wer das Gebet auf die leichte Schulter nimmt, sollte seine Iman-Akkus wieder aufladen. Imam Ali (as) sagte: „Lässigkeit im Gebete kommt von Glaubensschwäche.“

5 Kommentare zu Was hat das Gebet mit dem Handy zu tun?

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