Über das diesseitige Leben gibt es unzählige Ansichten. Einige Autoren schreiben über seine Vorzüge, andere kritisieren seine Verlockungen. Welche Einstellung muss man zu dieser Welt haben? Muss man sich aus ihr zurückziehen oder sich voll hineinstürzen? Muss man diese Welt lieben oder hassen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, versuchen wir im Folgenden das Diesseits aus zwei verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Eine Universität für Studierende
Diese Welt ist eine Lernstätte. Durch den Verstand können wir die Natur erforschen und neue, uns noch vollkommen unbekannte, Erkenntnisse gewinnen. Wenn der Wille vorhanden ist, kann der Mensch von jeder noch so kleinen Naturerscheinung etwas Sinnvolles lernen. Schauen wir uns beispielsweise einen Grashalm an. Ein Grashalm wächst jeden Tag ein Stückchen, bis es die optimale Form und Größe erreicht hat. Was können wir davon lernen? Wir können vom Grashalm lernen, dass auch wir in Richtung Optimum bzw. Vollkommenheit streben müssen. Jeder Tag muss dazu genutzt werden, um zu wachsen und dem Endziel näher zu kommen. Kein Tag darf sich dem anderen gleichen und Rückschläge in der charakterlichen Entwicklung sollten tunlichst vermieden werden.
Soviel Weisheit kann der Mensch aus der Beobachtung einer einzigen Naturerscheinung gewinnen. Daher sagt Allah im heiligen Koran, dass das Diesseits voller Zeichen * ist, doch nur die Nachdenkenden würden dies erkennen. Durch Beobachtungen und Analysen kann der Mensch die göttliche Ordnung und das Zusammenspiel aller Naturerscheinungen erkennen und so zur Gotteserkenntnis erlangen.
Das kleinste Wort, das man im Scherz gesprochen, es kann dem Weisen doch Bekehrung bringen. Dem Toren lese hundert Weisheitssprüche, als Scherz nur wird’s zu seinen Ohren dringen. – Aus einem Gedicht von Saadi
Ein vergänglicher Traum
Diese Welt ist vergleichbar mit einem Traum. Jeder Besitz ist eine Illusion. Alles was wir meinen zu besitzen, gehört in Wirklichkeit niemand anderem außer Allah, der Schöpfer des gesamten Universums. Nicht einmal auf unser eigenes Leben haben wir einen Anspruch, denn ohne Seine Gnade wären wir nie zum Leben erweckt worden. Der Allmächtige ist das einzige Wesen, das etwas besitzt. Wenn also jemand stirbt, sollen wir dankbar sprechen: „Zu Ihm gehören wir und zu Ihm kehren wir zurück.“ Wir dürfen im Diesseits alle materiellen Güter nutzen, aber nur zeitlich begrenzt. Eben so lange, wie Allah es uns gewährt.
Wahrlich, diese lieben das Weltliche und vernachlässigen den schwerwiegenden (Jüngsten) Tag. – Sura 76 Vers 27
Aus dem irdischen Traum erwachen die viele Menschen erst nach ihrem Tod. Spätestens dann bemerken sie nämlich, dass sie das Diesseits nicht mit sich nehmen können. Alle irdischen Güter bleiben auf dieser Welt. In das Jenseits werden uns nur die guten und schlechten Taten begleiten.
Die Welt ist die Saat des Jenseits und der Tod nicht das Ende des Lebens, sondern das Tor zur Ewigkeit und der Anfang eines neuen Bewusstseins. – Zitat vom Imam-ul-Ummah Sayyid Ali Khamenei
Die Jugend symbolisiert den Frühling, das Erwachsensein symbolisiert der Sommer mit seiner Wärme und brennenden Hitze, die zunehmende Reife symbolisiert der Herbst und das hohe Alter symbolisiert der Winter. Viele erkennen nicht die Vergänglichkeit dieser Welt. Dabei spielt es keine große Rolle, ob wir 10 oder 100 Jahre leben. Mit jedem Tag nähern wir uns dem unvermeidlichen Ende zu. Alles, was uns umgibt, ist den Auswirkungen der Zeit unterworfen.
Imam Ali (der Friede sei auf ihn) sagte: „Wahrlich, das Diesseits hat sich auf die Reise begeben, weg von uns, während das Jenseits sich auf den Weg zu uns gemacht hat und Beide von ihnen haben Söhne (die ihnen anhängen). So seid denn, wenn ihr könnt, unter den Kindern des Jenseits und seid nicht unter den Kindern des Diesseits. Denn heute ist (die Zeit) der (guten) Taten ohne Abrechnung und morgen wird der Tag der Abrechnung sein, ohne (die Möglichkeit zur) Tat.“
Autor: Hessam Kordian


Fussball als Ablenkung!
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A Salam alaikum Bruder,
sehr schöne Anregung zum Nachdenken.
Die Reinen, frieden sei mit Ihnen, haben mal gesagt:”Derjenige der die Welt anschaut, ist im Verlust, doch wer die Welt durchschaut/dazwischen/darüber/daneben der gewinnt alles durch das Diesseits”
War nicht ganz exakt wiedergegeben, entschuldigung!
Doch in der Erläuterung stand in etwa: Derjenige der sie, die Welt nur anschaut, dem wäre zunächst besser geholfen das Diesseits zu “hassen”, Abstand zu nehmen.
Aber derjenige der sucht, der die Welt durchschauen möchte weint vor “Liebe” zum Diesseits weil es keine besseren Ort der Vorbereitung gibt, um Stück für Stück seine Gotterkenntnis und Gottesliebe zu erweitern und somit Allah swt näher zu kommen
Schöner Hadith Bruder Raza Ali.