Was versteht man unter Furu-ud-Din?
Furu ad-Din bedeutet wortwörtlich übersetzt „Zweige der Religion“ und bezeichnet die zehn grundsätzlichen Handlungsprinzipien eines Muslims, die namentlich im heiligen Koran genannt werden.
Wie lauten die zehn Handlungsprinzipien (furu-ud-din)?
1. Das Ritualgebet (salah)
2. Das Fasten (saum)
3. Die Allmosenabgabe (zakat)
4. Die Fünftelabgabe (khums)
5. Die Pilgerfahrt (hadsch)
6. Die Anstrengung (dschihad)
7. Das Gute gebieten + 8. und das Schlechte verwehren
(al-amr bil-maruf wan-nahy anil-munkar)
9. Der Liebeserweis (tawalla)
10. Die Lossagung oder Distanzierung (tabarra)
Anmerkung: Das siebte und achte Prinzip sind aneinander gekoppelt.
Warum muss man bei den Handlungsprinzipien (furu-ud-din) einem Vorbild der Nachahmung (mardscha-ut-taqlid) nachahmen?
Im Gegensatz zu den fünf Glaubensgrundsätzen (usul-ud-din) muss man bei den zehn Handlungsprinzipien (furu-ud-din) Taqlid (Nachahmung) praktizieren, also ein Vorbild der Nachahmung nachahmen. In diesem Aspekt unterscheiden sich die Zweige der Religion (furu-ud-din) vom Stamm der Religion (usul-ud-din). Bei den Usul-ud-Din darf man nämlich keine Nachahmung praktizieren, sondern jeder Glaubensgrundsatz muss selbstständig erforscht, verinnerlicht und geglaubt werden (vgl. Link). Bei den Furu-ud-Din ist es für einen Muslim verpflichtend (wadschib) sich an den meistwissendsten Rechtsgelehrten seiner Wahl zu wenden und seine Rechtsurteile (fatawa) bei der praktische Ausübung des Islams zu beachten.







