Ayatullah Ostadi kritisiert Mussawi und die westhörigen Reformer

Randalierende Reformwähler

Randalierende Reformwähler

Freie Übersetzung von Gol-e-Yas

- Auszug aus einer Ansprache von Ayatullah Ostadi -

Es ist für keinen zum Vorteil, wenn Menschen oder Gruppen (Gott behüte) etwas tun, das andere Menschen, Intellektuelle, Gelehrte oder Vorbilder der Nachahmung dazu bewegen sich vom politischen System zu trennen. Unser System ist ein System der Menschen und solange Menschen hinter ihr stehen, wird sie Kraft haben. Wenn ihr das politische System und den Islam liebt, dürft ihr keinen Schritt unternehmen der zu Distanz führt. Alle Entscheidungsträger und gelehrte Menschen, deren Wort und Schrift Wirkung besitzen, müssen sich darum bemühen, dass Vertrauen der Menschen zum System zu vermehren, sodass sich die Sympathie und positive Neigung zum politischen System weiter ausbreiten.

Je mehr Rückendeckung das politische System verspürt, desto stärker und mächtiger wird es. Dann wird der Feind auf seinem Platz bleiben und sich nicht rühren. Aber wenn unfromme und gottlose Handlungen vollzogen werden, dann entsteht Distanz. Es darf kein Schritt in diese Richtung unternommen werden, denn das stellt eine eindeutige Sünde dar.Die gesegnete Religionshochschule (hauza) von Qum ist eine Hochschule, in der Vorbilder der Nachahmung (Großayatullahs) lehren und große Verantwortung tragen. In der Hochschule gibt es eine Ordnung (Senat, Direktoren, Verantwortungsträger, Lehrer). Es kann nicht sein, dass jemand eigenwillig das tut, was ihm gerade in den Kopf kommt. Auch wenn er es tut, weil er den Revolutionsführer (Imam Khamenei) unterstützen möchte. Muss man sich nicht in einer Religionshochschule mit den Verantwortlichen und Großgelehrten beraten? Muss man nicht schauen ob die Weisen der Hochschule damit einverstanden sind oder nicht? Es mag sein, dass eine eigensinnige Person denkt, er würde einen Dienst erweisen, aber manchmal ist es kein Dienen, sondern Verrat.

Eine Sache muss ich als Beispiel erwähnen. Die Wahlen wurden erfolgreich vollzogen. Gott sei Dank war Qum einer der besten Wahlorte mit einer sehr hohen Wahlbeteiligung. Am Tag nach der Wahl war es ruhig. Keiner hatte einen Einspruch einzuwenden und man hätte auch keinen Einspruch haben dürfen! Der zweite Tag ist vergangen. Erst am dritten Tag hat ein Geistlicher zu Demonstrationen aufgerufen. Das Anliegen lautete: „Wir wollen gegen eine bestimmte Person in den Straßen demonstrieren und Parolen rufen.“ Das Generalgouverneur war dagegen, aber er hörte nicht, der Assistent des Gouverneurs war dagegen, aber er hörte nicht, die Vereinigung der Lehrer war dagegen, aber er hörte nicht, das Büro des Revolutionsführers war dagegen, aber er hörte nicht. So brachte er letztendlich einige Menschen dazu auf die Straßen zu gehen.

All diejenigen, die sich an diesem Tag versammelt haben und Parolen gerufen haben, müssen um Verzeihung und Vergebung bitten. Sie müssen ihre Tat bereuen. Mit welchem Recht begeht dieser Mensch diese eigensinnigen Taten und wieso stellt sich niemand vor ihm? Wieso wird dieser Mann nicht vorgeladen (der zu Demonstrationen aufgerufen hat)? Wieso wird nicht gefragt: „Wer bist du denn, dass du von Zeit zu Zeit Unruhe stiftest?“

Die Religionshochschule (hauza) hat eine Ordnung. Wir sehen diese Taten und wissen das der Revolutionsführer damit nicht einverstanden ist. Diese Leute glauben sie würden die Führung unterstützen, aber es ist eine Schwächung der Führung. Der Führer ist damit nicht einverstanden. Sein Büro ist gegen solche Aktionen. Aber dieser Mann hört nicht. Und danach gibt es weder ein Gerichtsverfahren, noch einen Ort wo man ihn vorlädt und ihn befragt wieso er so was tut und wieso er die reinen Gefühle der Hochschulschüler ausnutzt? Hier ist die Hauza Ilmiyyah. Hier ist kein Platz an dem jeder das tut was ihm gefällt!

Ich möchte hier noch eine Empfehlung aussprechen: Zu diesen Petitionen die aktuell im Umlauf sind. Meine Lieben, unterschreibt nicht einfach ohne die Texte zu kennen. Schaut euch an ob die bisherigen Unterschreiber vertrauenswürdige Muslime sind und ob ihr die kennt. Unterschreibt solche Petitionen nur wenn ihr vertrauen habt. Alle die mitfühlen und sorgend sind, bemühen sich um Einheit, aber einige wollen durch solche Petitionen Meinungsverschiedenheiten fördern. So etwas darf nicht geschehen.

Der letzte Punkt, den ich sage werde ist, dass die Regierung inschaallah ihre Arbeit mit neuer Zusammensetzung beginnen wird. Unsere Bitte lautet die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Angelegenheiten nicht zu vergessen. Vor allem die Kultur. Es ist jetzt Sommer und die Frauen laufen mit schlechter Bedeckung durch die Straßen. Man sagt die ganze Zeit: „Lasst uns etwas Kulturelles machen.“ Dabei übersieht man diese Unzucht und Lasterhaftigkeit, die sich überall verbreitet. Die Verantwortlichen müssen bis dahin wo es ihnen möglich ist diese Unzucht und die Sünde stoppen.

This entry was posted in Politik & Gesellschaft and tagged , . Bookmark the permalink.
  • Mohammad 20. Juli 2009 at 11:09

    Rafsanjani/Chatami/Mussavis sollten sich untereinander zurückpfeifen, wenn einer von ihnen dabei ist einen Fehler zu begehen. Sollte nochmal von ihnen eine Antirevolution ausgehen, sollte man die drei Herren sanktionieren und sie frühzeitig pensionieren. Am Besten mit wenig Gehalt, damit sie die Zeit in der Pension zum Nachdenken nutzen.

    Ich kann nicht mit meinen Fähigkeiten unsere Revolution schützen, mir fällt das Nötige? Eigentlich alles! Aber eine Empfehlung von mir: Seien sie zu allen nett im Iran, ob Reformer oder Prinzipientreue. Die Reformer würden auch an die Front gehen, wenn es zum Verteidigungsfall kommt. Daher sollte man sich mit diesem Teil der Gesellschaft versöhnen.

    Mein Vorbild ist Imam Hussein. Er hat es nicht verdient, dass seine Mission wegen einiger Schickimicki-Lippenstiftanhänger scheitert oder ausgelacht wird. Das Ziel darf nicht wegen sowas scheitern. Man sollte kompromissbereit sein mit dem eigenen Volk, aber stur und hart gegen die Feinde.

  • Friedrich Feuerstein 2. Januar 2010 at 16:32

    wollt ihr wirklich, dass über die zehn gebote von mose hinaus religiöse werte wichtiger sind als der wille des volkes bzw. jedes einzelnen individuums?
    natürlich hat der westen seine fehler und schwächen; die solidarität mit den armen ist schwächer als man es sich wünschen sollte und durch die schwache moral in der gesellschaft werden rauschmittel, die man (wenn überhaupt) selten und sparsam verwenden sollte (alkohol, zigaretten,…) zu massenartikeln im supermarkt.
    aber der westen hat trotz dieser fehler einen großen moralischen vorteil: das volk kann mit einer einzigen wahl die politischen verhältnisse völlig verändern.
    deutschland z.b. wurde 16 jahre von der cdu unter kohl geführt und dabei wiedervereinigt, kohl müsste also quasi unangreifbar sein. aber dann wurde er ohne eine einzige prügelei abgesetzt und durch einen rauchenden draufgänger ersetzt, der zum 4. mal verheiratet war – weil das volk das eben so wollte.
    und auch sachpolitisch war es eine kleine revolution: schwule durften heiraten, erneuerbare energien wurden massiv gefördert und die haltung gegenüber amerika wurde deutlich skeptischer; das hätte die cdu nie zugelassen.
    ihr habt mit eurer kritik am westen meistens völlig recht, aber damit lässt sich nicht der kritikpunkt von der seite des westens wegwischen, dass die politische struktur vieler anderer staaten zu starr ist um einen wandel der werte und meinungen in der eigenen gesellschaft zuzulassen.
    natürlich gibt es werte, die über der demokratie stehen müssen – man kann nicht per abstimmung beschließen dass jetzt alle rothaarigen erschossen werden. aber welchen weg eine gesellschaft politisch einschlägt und welche sitten sie pflegt sollte man dem diskurs einzelner strömungen überlassen und nicht von oben verordnen…

  • Hessam 2. Januar 2010 at 19:08

    @ Friedrich Feuerstein

    Der Wille des Volkes ist für einen islamischen Staat von großer Bedeutung. Ein System ohne den Rückhalt des Volkes ist nicht von Dauer.

    Im Iran gab es eine ähnliche Entwicklung, wie du sie für Deutschland dargestellt hast. Von 1989 bis 2005 haben zwei Kandidaten der Reformer (Rafsandschani & Khatami) die Präsidentschaftswahlen gewonnen. 16 Jahre lang waren die Reformer an der Macht und die Imam Khamenei und seine Anhänger mussten sich lange gedulden. Mit dem völlig unerwarteten Sieg von Dr. Ahmadinedschad bei den Wahlen 2005 kam dann endlich die erhoffte Wende.

    Der Frieden und Segen Gottes seien mit dir.

  • Basij Almani 3. Januar 2010 at 11:08

    A7sant akhi Hessam. Ich wollte ergänzen, dass man vor der Islamischen Revolution gar nicht wählen konnte. Zur Zeiten des Shah durfte niemand wählen und Parteien gab es auch nicht. Diese Shah-Dikatur wurde vom Westen unterstützt, aber die heutige Islamische Republik Iran wird bekämpft. Den USA und seinen Verbündeten ging es noch nie um die Freiheit der Menschen.

  • SCHREIBE EINEN KOMMENTAR