Es gibt zwei Prinzipien im Islam, nämlich “das Prinzip, Macht zu haben” und “das Prinzip, Macht zu gebrauchen”. Das erste impliziert, dass die Muslime Macht haben müssen, um Feinde abzuwehren und deren Angriffe zu vereiteln und sie nicht unvernünftigerweise anzugreifen. Der Heilige Quran sagt diesbezüglich:
Und rüstet gegen sie auf, soviel ihr an Streitmacht und Schlachtrossen aufbieten könnt, damit ihr Allahs Feind und euren Feind – und Andere außer ihnen, die ihr nicht kennt abschreckt; Allah kennt sie. Und was ihr auch für Allahs Sache aufwendet, es wird euch voll zurückgezahlt werden, und es soll euch kein Unrecht geschehen. Und falls sie zum Frieden geneigt sind, dann sei ihm geneigt und vertraue auf Allah. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allwissende. (8:60-61)
In Schrecken zu versetzten (turhibun) impliziert hier die Macht, dass die Feinde aufhören, muslimische Länder anzugreifen. Dies ist ein absolutes Prinzip, kein relatives, an das man denken sollte und das man jederzeit befolgen sollte, solange es Feinde gibt. Das andere Prinzip, “das Prinzip, Macht zu gebrauchen”, differiert vom ersteren. Ja, der Islam hält es für relativ gestattet und der Heilige Prophet wendet es auf der gleichen Basis bei spezifischen Angelegenheiten an: bleibt nichts anderes übrig, um den Feind zurückzuschlagen, so muss zu Gewalt und Kraft gegriffen werden (Verteidigungsfall).Im Nahdschul-Balagha bezieht sich Imam und Kalif Ali (ع) auf einige kennzeichnende Eigenschaften und im Ganzen auf das praktische Verhalten des Heiligen Propheten und er sagt: „Der Prophet war wie ein wandernder Arzt, der seine Salben zubereitete und seine Instrumente erhitzte. Er gebrauchte sie, wann immer das Bedürfnis entstand, blinde Herzen, taube Ohren und stumme Zungen zu heilen. Er folgte mit seiner Medizin dem Feld der Nachlässigkeit und den Orten der Verwirrung. Die Leute nahmen kein Licht von den Lichtern seiner Weisheit, noch verschafften sie sich eine Flamme vom Funkenflug seines Wissens. So waren sie in dieser Angelegenheit wie grasendes Rindvieh und wie harte Steine.“ (…)
Der Heilige Prophet des Islam handelte wie ein Arzt, der Patienten heilt. Ärzte teilen sich grundsätzlich in zwei Kategorien: Die einen haben ein festes und dauerndes Amtsgebäude und heilen jene Patienten, die zu ihnen hinkommen, und diese Ärzte kümmern sich nicht um andere; und die Ärzte der zweiten Kategorie reisen herum und sie sind nicht damit zufrieden, nur Leute zu behandeln, die zu ihnen kommen. Sie selber gehen zu allen Patienten innerhalb ihres Aktionsradius. Imam Ali (ع) sagt, der Heilige Prophet Mohammed (ص) habe zur Klasse der Wanderärzte gehört. Der Prophet besuchte in seinem ganzen Leben die moralisch und geistig Kranken. Zu diesem Zweck reiste er sogar nach Taif (südöstlich von Mekka). Er pflegte zur heiligen Moschee in Mekka zu gehen, den Quran zu rezitieren und dadurch die Leute zum Islam zu rufen. Während der verbotenen Monate, wenn den Arabern verboten war, sich gegenseitig zu bekriegen, kamen die arabischen Stämme nach Mekka, um die Wallfahrtszeremonien gemäß ihrer eigenen Riten zu vollführen, besonders wenn sie sich am Berge Arafat versammelten. Der Heilige Prophet fühlte sich dann sicher und nutzte die Gelegenheit, zu den Leuten zu predigen.
Abu Lahab, einer der Onkel des Propheten, war ein Ungläubiger und er forderte immer die Leute auf, “seinem verrückten und lügenden Neffen” nicht zuzuhören. Aber der Prophet dachte trotz solch gemeiner Kränkungen an seine Verantwortung. Es wird erzählt, dass einst Jesus Christus gesehen wurde, wie er das Haus einer Hure verließ. Seine Jünger waren ganz überrascht und fragten: “O Geist Gottes! Was hast du an solch einem Ort gemacht?” Er antwortete: “Ein Arzt besucht seinen Patienten.” Solch Ärzte trugen immer die Salben, die Scheren, die Pinzetten mit sich. Die Salben benutzten sie, wo immer es möglich und wirksam war, aber wenn das nichts nutzte, gebrauchten sie die Instrumente zu Operationen und Einschnitten. Tatsächlich waren diese Ärzte in einigen Situationen freundlich und milde und in anderen waren sie schmerzhaft.
Im Ganzen sollte die islamische Gemeinschaft die stärkste in der ganzen Welt sein, damit nicht Feinde die Interessen, Besitztümer, Gebiete und Kulturgüter der islamischen Gemeinschaft begehen mögen. Dies ist ein absolutes Prinzip. Andererseits, die Gewaltanwendung ist ein relatives Prinzip, das zuweilen notwendig ist und zuweilen nicht.
Quelle: Verhalten und Benehmen – Ayatullah Morteza Motahhari








Der Friede sei mit euch
Der Titel dieses Artikels erklärt das islamische Verständnis bezüglich Krieg und Frieden sehr gut. Weder extremer Pazifismus, noch radikale Kreuzrittermentalität machen Sinn auf dieser Welt. Wenn die Mittel der Diplomatie erschöpft sind, müssen die Menschen bereit sein auch militärische Maßnahmen einzuleiten. Unrecht kann nur durch Einhalt aufgehalten werden. Wer auf die Vernunft des Kriegslustigen hofft, hat es nicht verdient zu den Vernünftigen gezählt zu werden.
Der gute Karl May schrieb einst: “Wie man den Krieg führt, das weiß jedermann; wie man den Frieden führt, das weiß kein Mensch. Ihr habt stehende Heere für den Krieg, die jährlich viele Milliarden kosten. Wo habt ihr eure stehenden Heere für den Frieden, die keinen einzigen Para kosten, sondern Millionen einbringen würden?”
Die Welt wäre viel friedlicher, wenn die USA und das zionistische Regime ihre feindliche Politik gegen die islamische Welt einstellen würde. Kaum ist der Irak-Krieg vorbei, möchte man einen neuen Krieg anzetteln. Dann soll man sich aber nicht wundern, wenn die durchgeknallten Terroristen immer mehr Zulauf erhalten. Die Angriffskriege der letzten Jahrzehnte haben nur mehr Elend und Gewalt hervorgerufen. Hoffen wir das Barack Obama es besser macht.
YippieYaYeah