Die Berichte der westlichen Medien über die Zustände im Irak sind häufig unzutreffend. Der Mythos über die große Zerrissenheit des Landes wird nicht nur in Bezug auf Kurden, Sunniten und Schiiten gebraucht, sondern auch bei der Beschreibung der schiitischen Muslime in der Region. Diese wären demnach untereinander tief gespalten und würden unüberbrückbare Unterschiede aufweisen. Häufig wird dabei Bezug genommen auf die großen Rechtsgelehrten der Nachbarländer Iran und Irak. Man möchte den Eindruck vermitteln, dass die Schiiten im Irak ganz anders wären, als ihre Glaubensbrüder im Iran. Großayatullah Sistani soll beispielsweise das iranische Regierungsmodell (wilayat al-faqih) ablehnen. Als Beweis hierfür wird angegeben, dass er sich nicht aktiv dafür einsetzen würde. Bei dieser Debatte wird jedoch vollkommen außer Acht gelassen, dass die heutige Situation des Iraks nicht mit der vorrevolutionären Situation in der Islamischen Republik Iran vergleichbar ist. Diese zwei Nachbarländer weisen große Gemeinsamkeiten auf, aber sie sind in ihrer geschichtlichen Entwicklung und demographischen Zusammensetzung nicht identisch.
Die Hof-Journalisten der westlichen Welt ignorieren die realen Fakten. Ihnen geht es bei der Berichterstattung nicht um die realen Umstände, sondern um das schnelle Geld. Diese Art von Journalismus dient nur dem Kapitalismus und sieht ihre Aufgabe nicht darin, den Menschen außerhalb der Krisenregionen authentische Informationen zu liefern. Die Realität ist viel komplexer, als die täglichen Kurzmeldungen über die Zerrissenheit der Muslime.
Ein Beispiel für das freundschaftliche Verhältnis der irakischen und iranischen Schiiten ist die Hochzeit des Enkels von Imam Khomeini und der Enkelin von Großayatullah Sistani. Diese zwei Rechtsgelehrten und Vorbilder der Nachahmung (marja al-taqlid) haben großen Einfluss auf die Geschichte ihrer Länder genommen. Imam Khomeini hat mit der Islamischen Revolution die muslimischen Gemeinschaft aus dem Schlummerschlaf geweckt und Großayatullah Sistani bemüht sich heute aktiv um den Frieden im Irak.
Die Hochzeit von Ali Khomeini und Fräulein Schahrestani ist ein Beweis für das warme und herzliche Verhältnis dieser zwei Länder. Daran konnte auch der achtjährigen Golfkrieg, den Saddam Hussein mithilfe westlicher Staaten vom Zaun gebrochen hatte, nichts ändern.
Die Feierlichkeiten fanden in einer sehr einfachen und islamischen Form, in schlichten Räumlichkeiten neben dem Mausoleum von Imam Khomeini (ra) statt. Unter den Gästen waren zahlreiche namhafte Gelehrte. Ein weiteres Beispiel für die tiefe Verbundenheit der iranischen und irakischen Gelehrten ist die Heirat einer weiteren Enkelin von Großayatullah Sistani mit dem Sohn von Ayatullah Ardebili. Diese und ähnliche Hochzeiten haben eine lange Tradition.
Anmerkung: Ein Artikel von Hessam Kordian.








Vielen dank für diesen Artikel. Iran und Irak hatten nie wirklich ein Konflikt, es war Iran und Saddam (wie gesagt, mithilfe westlicher Staaten). Und heute sind es wieder die westlichen Staaten die Fitna stiften. So etwas wie Iranische bzw. Irakische Gelehrte gab es nie, die rede war immer nur von Shiitischen Gelehrten!