Euro-Islam für Muslime der 2. und 3. Generation

Die meisten Muslime kamen nach dem 2. Weltkrieg als Gastarbeiter aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien und den nordafrikanischen Staaten nach Deutschland. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts kamen muslimische Kriegsflüchtlinge aus dem gesamten Nahen Osten und dem afrikanischen Kontinent hinzu. In den deutschen Großstädten entstanden so mit der Zeit ganze Wohnviertel mit Moscheen, Restaurants, Lebensmittelläden und religiös-nationalen Vereinshäusern.

Die Muslime bemühten sich darum ihre Identität zu bewahren. Ein wesentlicher Schwerpunkt bei all ihren Aktivitäten war die Verbindung zu den Heimatländern aufrechtzuerhalten. Diese Entwicklung hat sich bis heute fortgesetzt. Obwohl die Muslime bereits in der 2. und 3. Generation in Deutschland leben, fühlen sie sich immer noch sehr stark verbunden mit den notleidenden Menschen aus ihren ehemaligen Heimatländern.

Solidarität der Unterdrückten gegen die Unterdrücker

Der jährlich stattfindende Qudstag in Berlin ist ein sichtbares Zeichen dieser Solidarität. An diesem Tag demonstrieren Muslime aller Nationen in Deutschland gegen die Besatzung der heiligen Stadt Jerusalem bzw. gegen die israelische Besatzungsmacht auf palästinensischem Boden. Der Qudstag wurde ins Leben gerufen, damit Muslime und Nichtmuslime sich gemeinsam für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen.

Imam Chomeyni (ra) sagte: „Der Qudstag ist ein Tag von internationaler Bedeutung. Es ist kein Tag, der allein Quds betrifft, er ist vielmehr ein Tag der Unterdrückten (al-mustazafin) gegen die Unterdrücker (al-mustakbirin).“ Der Tag von Quds bzw. Jerusalem soll nicht nur an das schreckliche Leiden der Palästinenser erinnern, sondern ein gesellschaftliches Bewusstsein schaffen für das Schicksal aller Unterdrückten auf dieser Welt.

Spaltung und Entsolidarisierung im Kampf gegen die Einheit

Die Unterdrückerstaaten und Mächtigen dieser Welt sind erbitterte Gegner der Solidarität der Menschen untereinander. Wenn die Unterdrückten sich weltweit zusammen schließen würden, wäre es beispielsweise nicht möglich, dass der israelische Staat den Nahen Osten mit Kriegen und terroristischen Geheimdienstaktivitäten destabilisiert. Es ist die Spaltung der Menschen, Völker und Staaten, die das Unrecht ermöglicht.

Immer wenn es in einem Land einen Führer gab, der die Menschen vereinigen konnte, erlitten die Unterdrücker eine Niederlage. Das war bei Imam Huseyn (as) in Karbala genauso, wie bei Mahatma Gandhi oder Imam Chomeyni. Letzterer sagte auch: „Zwietracht ist des Teufels. Einheitliches Wollen und Einigkeit sind von Gott.“

Euro-Islam = Pseudo-Islam

Diese Solidarität und dieses Gemeinschaftsgefühl der Muslime ist vielen Journalisten und Politikern ein Dorn im Auge. Daher versucht man beispielsweise muslimische Demonstranten der Qudsdemo in die terroristische Ecke zu rücken. Das Ziel ist die Spaltung und Entsolidarisierung der Muslime. Die Muslime in der 2. und 3. Generation sollen endlich ihre Geschwister im Nahen Osten vergessen und sich zu Deutschland, der EU und der westlichen Kultur bekennen. Die innerliche Verbundenheit der Muslime zu ihren notleidenden Geschwistern wird als integrationshemmend gewertet.

Die Mächtigen und Einflussreichen in Deutschland träumen vom Euro-Islam, der so ausgelegt werden kann, wie es dem deutschen Staat gerade passt. Ein reformierter, modernisierter Islam, der stets im Einklang steht mit den sich ständig wechselnden Werten und Normen westlicher Gesellschaften. Ein Euro-Islam, der kompatibel ist mit dem Konsumrausch und der Giermentalität (nach immer mehr) des kapitalistischen Finanzsystem.

Provokateure und Tabubrecher als Preisträger und Vorbilder

Den Muslimen wird häufig die Instrumentalisierung der Religion vorgeworfen, aber der deutsche Staat trachtet genau danach. Man möchte einen Euro-Islam etablieren, den man so verbiegen und verformen kann, wie es der Politik genehm ist. Die deutsche Islamkonferenz ist ein Paradebeispiel hierfür. Wer sich fügt und dieses Spielchen des Staates artig mitspielt, wird mit dem Titel „gemäßigter und aufgeklärter Muslim“ geadelt. Muslimische Buchautoren, die unislamische Werke veröffentlichen, und Regisseure, die unmoralische Filme drehen, werden von Politikern und Journalisten mit Medienpreisen überhäuft.

Die Sünde und der Tabubruch werden als kulturverbindender Brückenschlag gedeutet. So werden falsche Vorbilder für die Muslime geschaffen, die als Repräsentanten des Islams bei der deutschen Islamkonferenz teilnehmen dürfen. Wer sich jedoch weigert im schleimigen Strom des Opportunismus mitzuschwimmen und einen diktierten Staatsislam zu akzeptieren, gilt als potenzieller Islamist und wenn Vereine wie die IGMG sich dagegen auflehnen, haben sie einen Eintrag im Verfassungsschutzbericht sicher.

Autor: Hessam Kordian

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  • Fatima 4. Juli 2010 at 14:36

    Assalamu alaikum

    es nehmen aber immer mehr Nichtmuslime an dieser Demo teil, aus dem rechten und linken “Lager”, falls diese Schablonen überhaupt noch gültig sind.

    Andererseits finde ich es schade, dass sich so viele Muslime einschüchtern lassen und nicht an der Demo teilnehmen. Sich zu Deutschland zu bekennen und gleichzeitig Solidarität mit Unterdrückten zu üben, schließt sich im übrigen keineswegs aus!

    wa salam

  • Wilaya 4. Juli 2010 at 20:23

    Interessante Betrachtungsweise des sog. Euro-Islam.

    Tatsächlich ist das vielen Menschen Ungeheuer, was nun endlich mit dem Begriff gemeint werden soll. Dass der Islam in Europa anders gelebt wird oder werden muss, zumal hier andere Verhältnisse herrschen, ist einleuchtend, aber unter dem Euro-Islam, neue von Menschen erfunde Gesetzmäßigkeiten und Lebensverhältnissen zum Islam darunter zu verstehen, ist natürlich nicht akzeptal.

    Zwangsläufig muss das nicht ganz verkehrtes sein, wenn man vom Euro-Islam spricht, jedoch zeigt die Erfahrung, wenn man schaut wer den Begriff nutzt und was damit meinen will, ist das höchst problemtaisch und ist abzulehnen.

  • Fatima 5. Juli 2010 at 15:42

    @Wilaya

    Ich verstehe unter “Euro”- Islam, dass man gar nicht mehr sehen soll, dass wir Muslime sind, dass wir den Islam wenn schon, dann bitte nur im “stillen Kämmerlein” praktizieren und uns so an die säkulare Gesellschaft, die JEGLICHE Religion verdrängt hat, assimilieren. D.h. die Frauen sollen ihren Hijab ausziehen, wir sollten uns auch nicht mehr so “anstellen”, bei Veranstaltungen mit Alkohol dabeizusein, und uns natürlich auch nicht politisch im Sinne des Islam betätigen, wie Hessam schon schrieb. Also Assimilation total. Nicht mit mir!

  • Mohammad 5. Juli 2010 at 18:04

    Vielen dank Bruder Hessam für diesen Artikel. Besonders dankbar bin ich dir für die Erwähnung von Imam Huseyn. Du hast dich bemüht umkompliziert über das Thema “Reformation” und “Euro-Islam” zu schreiben, so dass es jeder verstehen kann.

    Euer Bruder Mohammad-Nikita

  • Hessam 8. Juli 2010 at 13:25

    As-salamu alaykum,

    @Fatima

    es nehmen aber immer mehr Nichtmuslime an dieser Demo teil, aus dem rechten und linken “Lager”, falls diese Schablonen überhaupt noch gültig sind.

    Das ist richtig. Letztes Jahr hatte beispielsweise Norman Paech teilgenommen, der vor wenigen Wochen auf dem Schiff Mavi Marmara war und von israelischen Soldaten angegriffen wurde.

    @Wilaya

    Zwangsläufig muss das nicht ganz verkehrtes sein, wenn man vom Euro-Islam spricht, jedoch zeigt die Erfahrung, wenn man schaut wer den Begriff nutzt und was damit meinen will, ist das höchst problemtaisch und ist abzulehnen.

    Der Begriff “Euro-Islam” ist nicht nur ein neues Modewort, sondern basiert auf der (falschen) Annahme, dass der authentische Islam unvereinbar ist mit den westlichen Werten. Aus dieser undifferenzierten Annahme wird geschlussfolgert, dass der Islam einer Reformation bedürfe.

    Das Ziel der Reformation ist die Herstellung der Kompatibilität zwischen Islam und der Politik des deutschen Staates. Der Staat verspricht sich von der “Modernisierung” des Islam eine größere Einflussnahme. Das geht jedoch nur, wenn die Muslime sich nicht mehr nach den Gelehrten im Nahen Osten orientieren.

    Der deutsche Staat versucht daher einerseits die Muslime von ihren Geschwistern im Nahen Osten zu entsolidarisieren und andererseits lokale religiöse Autoritäten/Vorbilder zu schaffen. Der Islamunterricht hat nicht die Funktion, dass Muslime ihre Religion besser kennen lernen, sondern es geht in aller erster Linie um Einflussnahme und der Veränderung/Entstellung der Religion.

    Siehe auch: Khamenei oder Obama? – Über die Entstellung der Religionen

    Wa alaykum as-salam

  • Iman 8. Juli 2010 at 16:58

    Salam alaikum,

    ich finde der Begriff Euro-Islam drückt aus, dass Deutschland sich mit dem Islam beschäftigt. Natürlich gibt es noch viele Kommunikationsprobleme zwischen dem Staat und den Muslimen, aber es ist ein guter Anfang. Früher wurden die Muslime überhaupt nicht beachtet. Heute wird überall über Islam und Muslime gesprochen.

    ws.

  • Hessam 9. Juli 2010 at 01:31

    As-salamu alaykum,

    @Iman

    ich finde der Begriff Euro-Islam drückt aus, dass Deutschland sich mit dem Islam beschäftigt. Natürlich gibt es noch viele Kommunikationsprobleme zwischen dem Staat und den Muslimen, aber es ist ein guter Anfang. Früher wurden die Muslime überhaupt nicht beachtet. Heute wird überall über Islam und Muslime gesprochen.

    Es ist richtig, dass die Muslime medial präsenter sind, aber die Frage ist warum und in welchen Zusammenhängen spricht man über sie? Wenn du genau hinschaust, erkennst du zwei Hauptthemen:

    1. Terrorismus
    2. Integration

    Muslime werden entweder mit Terrorismus in Verbindung gebracht oder ihre Integration wird bemängelt. Natürlich gibt es auch andere Zusammenhänge in denen über Muslime gesprochen wird, aber allgemein gesehen ist die Berichterstattung eher negativ. Es werden Ängste geschürt und neue Vorurteile geschaffen. Am authentischen Islam und einem Dialog auf Augenhöhe ist man nicht interessiert. Bei der deutschen Islamkonferenz geht es letztlich auch wieder um die beiden genannten Themen. Das in der heutigen Zeit mehr über den Islam und die Muslime gesprochen wird, liegt nicht daran, dass Politiker und Journalisten den Islam für sich neu entdeckt hätten, sondern die Ursachen sind politischer Natur.

    Ein Beispiel: Bei den letzten NRW-Wahlen besuchte der SPD-Politiker Sigmar Gabriel einige Moscheen. Warum? Weil er ein Freund der Muslime ist oder weil die SPD jede Wählerstimme gut gebrauchen kann, angesichts der tiefen Umfragewerte? Wenn es in NRW nicht so viele Muslime geben würde, hätte er mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keine einzige Moschee besucht. Also was war sein Ziel? Muslime für die SPD zu begeistern. Wer nun Wohlwollen, Sympathie und Zuneigung in diese PR-Aktion hinein interpretiert, verkennt die wahren Zusammenhänge.

    Wa alaykum as-salam

  • Fatima 9. Juli 2010 at 20:35

    Salam alaikum

    das Gleiche mit Wulf. Der hat halt erkannt, dass Muslime die zukünftige Wählerklientel sind, denn WIR kriegen die Kinder :-) Deswegen berief er eine Muslima in ein Ministeramt, die aber nicht praktiziert und erst mal damit ankommt, Kreuze UND Kopftücher aus den Schulen zu verbannen. Durch solche “Vorbilder” sollen wir für den Euro-Islam light vorbereitet werden, so nach dem Motto “na bitte, man kann auch so Muslima sein.”

    wa salam

  • Kto 10. Juli 2010 at 21:18

    @Hessam

    “Die Muslime bemühten sich darum ihre Identität zu bewahren. Ein wesentlicher Schwerpunkt bei all ihren Aktivitäten war die Verbindung zu den Heimatländern aufrechtzuerhalten.”

    Genau solche Einwanderer braucht Deutschland aber nicht. Leider hat Deutschland, anders als andere Einwanderungsländer, die Sozialkassen für die ungebildeten und allein ihrem traditionellen Lebensstil verpflicheten Ausländer weit geöffnet, sodass sie keinerlei Anpassungsdruck verspürten – die deutsche Kartoffel hat das Leben auf dem anatolischen Dorf hier weiter möglich gemacht. Jetzt träumt Ihr schon von der baldigen Mehrheitsübernahme im Lande (“WIR kriegen die Kinder”)… Aber langsam wacht dieses Land auf! Übrigens auch viele Muslime, die die freie & tolerante westliche Lebensart schätzen und von der Schariaorthodoxie nichts wissen wollen. Seien sie uns willkommen. Der Rest soll sein Heil zwischen Mekka und Kabul suchen.

  • Hessam 10. Juli 2010 at 22:44

    @Kto

    Die Bewahrung der eigenen Identität ist ein Menschenrecht und muss nicht im Widerspruch zur Integration stehen. Die Bildung der Einwanderer hat ausgereicht, um in Deutschland zu studieren und Arbeit zu finden.

    Die “freie & tolerante” westliche Lebensart wurde und wird durch die Ausbeutung der Entwicklungsländer finanziert. Ohne das begehrte Rohöl, wäre kein Wirtschaftsaufschwung möglich gewesen. Die Muslime und viele andere Migranten würden sehr gerne ihr Heil zwischen “Mekka und Kabul” suchen, wenn die westlichen Staaten sich aus dieser Region zurückziehen und ihre Rohstoffraubzüge endlich beenden würden.

    Die Hochqualifizierten wandern bereits aus in ihre Heimatländer. Du täuschst dich, wenn du glaubst, dass alle Migranten gerne hier leben. Diese Auswanderungswellen wird die Politik noch früh genug bereuen.

  • kto 11. Juli 2010 at 15:45

    @ Hessam

    Wo du Recht hast, hast du recht: “Ohne das begehrte Rohöl wäre kein Wirtschaftsaufschwung möglich gewesen”. Dein Rest aber ist nicht mal VHS-tauglich. “Rohstoffraubzüge endlich beenden” – lieber würden die Ölländer noch Geld auf jedes Fass drauflegen, als dass sie zuließen, wenn “wir” uns aus dem Öl zurückzögen. Hast du die OPEC-Konferenzen nie beobachtet? Grüne Parteitage sind für Riyadh ein Gräuel, weisen sie doch in die Richtung, die in den Golfländern wieder zurück auf die Kamele treibt.
    “Die Bewahrung der eigenen Identität ist ein Menschenrecht und muss nicht im Widerspruch zur Integration stehen.” Muss nicht, tut es aber, v.a. wenn sie nicht wegen der Chancen hierher gekommen sind, sondern (ab der 2. Generation) um unser Sozialsystem zu belagern. Wer seine Identität lieber hat, soll dort bleiben, wo er damit nicht auffällt. Im Jemen darf ich mir auch kein Schnitzel braten oder eine Kathedrale bauen.

  • Fatima 11. Juli 2010 at 20:01

    @Kto: Ja, WIR kriegen die Kinder, und ihr könnt uns nicht anlasten, dass ihr zu egoistisch seid, um noch Familie in den Vordergrund zu rücken. Ihr selber habt dieses Volk zugrunde gerichtet, nicht die Einwanderer. Man kann darüber streiten, ob man scharenweise Unterschichtsangehörige einwandern lassen sollte, insofern d´accord, aber es sind gerade die Gebildeten, die Akademiker, die Deutschland in Scharen verlassen, auch jede Menge deutsche Nichtmuslime! Und vertreiben lassen wir uns auch nicht, nehmen Sie und Ihresgleichen mal endlich zur Kenntnis, dass es auch viele Deutsche gibt, die Muslime sind, nicht nur Pass- sondern auch “Biodeutsche”, in den rassistischen Termini der Islamhasser gesprochen.
    Wenn ihr uns loswerden wollt, dann müsst ihr uns deportieren oder töten.

    Schönen Abend noch.

  • Mohammad 12. Juli 2010 at 15:55

    @Hessam

    Ein Beispiel: Bei den letzten NRW-Wahlen besuchte der SPD-Politiker Sigmar Gabriel einige Moscheen. Warum? Weil er ein Freund der Muslime ist oder weil die SPD jede Wählerstimme gut gebrauchen kann, angesichts der tiefen Umfragewerte? Wenn es in NRW nicht so viele Muslime geben würde, hätte er mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keine einzige Moschee besucht.

    Du hast mit deiner Analyse über Gabriel vollkommen recht. Was ich bei der SPD sehr kritisiere ist das Verhalten von Steinmeier. Seine unterlassene Hilfeleistung für einen Deutschtürken der 4 Jahre in Guantanamo verbracht hat, weil man ihn zu Unrecht in Deutschland als Terrorist ansah.

  • Br. Hassan 12. Juli 2010 at 21:42

    Salam,

    Deutschland brauchte und braucht weiterhin Menschen die die Arbeit verrichten. Da die Fertilitätsrate in Deutschland von den Minderheiten der Muslime und Einwanderer aufrecht gehalten wird, bedarfs es an neuen Arbeitskräften.

    Das Wirtschaftswunder Land Deutschland der 70er Jahre wäre ohne die Migranten nie erreicht worden, einige haben einen Antrag für eine Aufenthalsterlaubnis, bei ihren jeweiligen Behörden, ausgefüllt und diesen Bewilligt bekommen. Nun leben sie hier und genießen die selben Rechte wie jeder deutsche Staatsbürger, wem dies missfällt betreibt Volksverhetzung und gehört bestraft.

    WaSalam

  • Fatima 13. Juli 2010 at 21:32

    salam

    @Hassan

    Deutschland braucht aber vor allem qualifizierte Arbeitskräfte, und da sieht es bei uns Muslimen noch etwas mau aus, auch wenn sich Verbesserungen abzeichnen. Das Dilemma, in das Deutschland sich hineinmanövriert hat, ist ja folgendes: Die Qualifizierten wandern ab, weil sie woanders bessere Perspektiven sehen, die Unqualifizierten bleiben.

    wa salam

  • Mohammad 14. Juli 2010 at 21:55

    @Fatima

    Dich wollte ich schon lange ansprechen und dir meinen Lob aussprechen für deine Kommentare. Den Anlass hierfür habe ich gerade gefunden:

    Die Qualifizierten wandern ab, weil sie woanders bessere Perspektiven sehen, die Unqualifizierten bleiben.

    Ich denke, dass auch die Unqualifizierten nicht hier bleiben wollen. Sie haben nur nicht die finanziellen Möglichkeiten um Deutschland zu verlasssen. Auswanderung kostet schließlich Geld – viel Geld. Den Migranten wird die Botschaft vermittelt: “Ihr seid hier nicht willkommen.”

  • Fatima 15. Juli 2010 at 14:21

    Assalamu alaikum

    @Mohammad: Oh danke….

    Ich habe ja nicht geschrieben, dass sie bleiben WOLLEN, denn sie bzw. ihre Eltern sind ja nicht hergekommen, weil Deutschland so schön ist, sondern weil sie sich ein besseres Leben erhofften. Manche haben es geschafft, andere nicht. Auch wenn ich mich jetzt sicherlich mächtig unbeliebt mache (auf einem anderen Forum wurde ich schon mit Sarrazin verglichen), aber es ist doch so:

    Viele könnten auch in ihrer Heimat leben, allerdings nicht so “gut” wie hier, mit gut meine ich Hartz IV, d.h. Geld ohne zu arbeiten. Ich kenne eine ganze Menge, die schlicht zu faul sind zum Arbeiten, hier auch.
    Da kann ich leider auch viele Deutsche verstehen, die es nicht einsehen, dass Leute herkommen und Sozialleistungen bekommen, in deren Kassen sie nie eingezahlt haben.
    Und ganz ehrlich – wäre ich nicht als Deutsche geboren, würde ich mich auch nicht einbürgern lassen, da ich mich zur Zeit mit der Politik dieses Landes immer weniger identifizieren kann, bzw gar nicht mehr.

    wa salam

  • Br. Hassan 15. Juli 2010 at 14:29

    Salam,

    sowieso. Qualifizierte Kräfte sind immer und überall gefragt. Aber in der Nachkriegszeit und in den 70er Jahren brauchte Deutschland vorallem Leute die die “Drecksarbeit” leisten, auch wenn es nach unserer islamischen Vorstellung nichts dreckiges ist eine erlaubte [halal] Arbeit zu verrichten.

    In Deutschland waren sich viele zu schade in die Kohlekraftwerke unter Tage zu arbeiten. Dafür kamen viele aus dem Ausland.

    Aber eigentlich sind viele Muslime die ich kenne qualifiziert oder befinden sich in Ausbildung, die Zukunft sieht gut aus Inscha Allah. Inscha Allah werden die Muslime trotz aller Ängste und Vorurteile die geschürt werden ein großer Nutzen für dieses Land.

    WaSalam

  • Fatima 15. Juli 2010 at 16:12

    Salam

    @Hassan

    es wird zweifellos besser, aber geh doch mal in D. in die W. – Straße oder in den W-Park… da ergibt sich ein anderes Bild und von denen kenne ich auch viele!

    wa salam

  • Mohammad 18. Juli 2010 at 21:44

    @Fatima

    Man muss sich in Deutschland ständig vorwerfen lassen, dass man nicht integriert ist. Sogar wenn ich mich wie ein “Musterdeutscher” verhalten würde, würden man mich in der Schweiz als arroganten ausländischen Deutschen ansehen. Was Integration ist und was nicht, darüber gibt es viele Meinungen. Jetzt möchte man zwei Häflinge aus Guanatamo in Deutschland aufnehmen. Werden sie sich integrieren können, wenn man sie ins Hartz4-System steckt? Die JobCenter können nicht deutsche und ausländische Arbeitslose gleichsetzen. Für Migranten und Asylanten sollte es ein extra Amt geben, dass sich mit ihren Problemen gesondert auseinander setzt.

    Liebe Fatima ich kann leider nicht aus dem Internetcafe noch mehr schreiben, ich muss auch auf Bruder Hessam Rücksicht nehmen da er meine Schreibfehler korrigiert.
    Vielen Dank.

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