Seit dem 11. September sprechen die Medien vom islamischen Fundamentalismus. Was der Islam ist wissen wir, aber was ist Fundamentalismus und warum ist islamischer Fundamentalismus abzulehnen? Der Begriff Fundamentalismus beschreibt eine Weltanschauung, die geprägt ist von festen politischen und religiösen Grundsätzen. Der Fundamentalismus war zumeist eine Gegenreaktion auf den Modernismus. Die Anhänger des Fundamentalismus, die so genannten Fundamentalisten, waren gläubige Menschen, die ihre Glauben und ihre Ideale vor Verfälschungen bewahren wollten.
Auch wir Muslime wären nach obiger Definition Fundamentalisten, denn wir orientieren uns am Islam, einer Offenbarungsreligion die Jahrhunderte Jahre alt ist. Wir leben zwar in einer modernen Welt, aber unsere Werte und Normen erhalten wir aus dem Quran und der Verfahrensweise des Propheten und seiner reinen Familie (sunnah). Wir sind also auch Fundamentalisten. Menschen, die eine klare Weltanschauung haben und ihre Glaubensfundamente vor Verfälschungen bewahren möchten.
Auf der anderen Seite gibt es radikale sunnitische Sekten (z.B. Salafis) und Terroristen, die ebenfalls behaupten dem Islam und seinen Grundsätzen zu folgen. Es gibt Könige, Prinzen und Scheikhs, die ein verschwenderisches Leben in Palästen führen und sich dennoch auf den Islam berufen. Es gibt Migranten, die aus „Ehre“ ihre Schwestern auf offener Straße töten und diesen Mord mit dem Islam rechtfertigen. Das sind auch Fundamentalisten.
Um für mehr Klarheit zu sorgen, sollte man zwischen positiven und negativen Fundamentalismus unterscheiden. Die Repräsentanten der ersten Gruppe sind Prophet Muhammad, die Imame und all die großen Gelehrten des Islams. Der positive Fundamentalismus führt zu Gerechtigkeit, Toleranz, Respekt und Frieden. Er ist frei von falschen Traditionen, wie Zwangsheirat und Ehrenmord. Der positive Fundamentalismus ist die Rückkehr zum authentischen Islam, der frei ist von Verfälschungen. Die Besinnung auf zeitlose Ideale ist keineswegs abzulehnen. Die 10 Gebote beispielsweise werden nicht unzeitgemäß, nur weil wir in einem modernen Zeitalter leben.
Der negative Fundamentalismus ist der verfälschte Islam. Ein Pseudo-Islam, der Unruhe und Gewalt fördert. Seine Repräsentanten sind die Hassprediger, die den Tod unschuldiger Menschen befürworten. Die Osamas, Zarkawis, Saddams, die Yazids und Muawiyas der Neuzeit. Die Kriegstreiber, Könige, Prinzen und Monarchen, die ihre Herrschaft durch das Schwert sichern. Wenn Imam Mahdi (ajf) erscheint, wird er dieser Verbrecher zur Gerechtigkeit ziehen. Die Anhänger des negativen Fundamentalismus werden Imam Mahdi als großen Reformator ansehen. Dabei wird der Erlöser gar keine neue Religion bringen, sondern dem Pseudo-Islam ein Ende setzen. Dann wird es nur noch den authentischen Islam geben, der Frieden, Freiheit und Fortschritt fördert.
Fundamentalismus ist also nicht grundsätzlich schlecht. Es hängt ganz davon ab, ob es sich um positiven oder negativen Fundamentalismus handelt.








Moin Moin,
diese ganzen Begrifflichkeiten versteht doch kein Mensch. Islamisten, Fanatiker, Radikale, Fundamentalisten, … Mit diesen Wortspielereien möchten die Medien, der Gesellschaft Angst und Schrecken einjagen.
Die Muslime sind die neuen FEINDE. Sie sind verantwortlich für alles Böse und Schändliche, und sind Feinde der Modernität und Freiheit. Der Muslim wird mit hässlichen Attributen geschmückt, wie ein Weihnachtsbaum. Böser Böser Muslim!
Diese Beobachtung ist doch ein alter Hut. Mit diesen Stereotypen wird die Gesellschaft gespalten. Die Muslime auf der einen Seite und die restliche Gesellschaft auf der anderen Seite. Divide et impera!
Salam alaikum
Ein Stereotyp reicht halt nicht aus. Wenn man aber ein Sammelsurium aus Stereotypen auf die Muslime projiziert, aktualisiert man das Feindbild. Der Feind wird “ge-updated” und man kann munter weiter auf ihn einhauen. An dieser misslichen Lage haben die Muslime teilweise selber schuld.
ws
Schalom
Das mit dem positiven Fundamentalismus ist ja nicht nur auf Muslime beschränkt.
Orthodoxe Juden wie Christen sind auch stets auf der Suche nach ihren Wurzeln. Auch sie versuchen die Authenzität ihre Lehre zu bewahren. Also das findet sich bei allen Religionen, nicht nur bei Muslimen und dem Islam.
Wenn man seine Religion ernst nimmt, wird man von Außenstehenden als Fundamentalist gesehen. Vielen Menschen fehlt es da an der nötigen Toleranz.
Sehr schöne informative Webseite, Kompliment!
Ich denke negativen Fundamentalismus gibt es in jeder Religion und Glaubensrichtung.
Siehe den evangelikanen USA- Priester der die Koranverbrennung durchführen möchte.
In solchen Momenten, vor allem durch radikale christliche US-Amerikaner verursacht, schäme ich mich jeweils Christin, wenn nicht sogar Mensch zu sein.
Wäre er wirklich ein Mann Gottes, würde er den Koran wie auch die Tora oder die Bibel als Gottes Werk anerkennen und ihn frei von jeder Schändung lassen.
Männer und Frauen welche versuchen den heiligen Glauben für unlautere Zwecke zu missbrauchen, werden spätestens ihre Strafe von Gott erhalten.
Ihn diesem Sinne wünsche ich euch ein Wunderschönes Zuckerfest!
@Yasmina
Positive Fundamentalisten bemühen sich darum den wahren Islam vor Verfälschungen zu bewahren. In jeder Zeitepoche wurde versucht den Islam durch unislamische Reformen zu “modernisieren”. Es wäre falsch zu glauben, dass es diese Versuche heute nicht mehr gibt. Positive Fundamentalisten orientieren sich an den authentischen Quellen und dringen durch das tiefe Studium der Religion bis zu den Ursprüngen vor. Bruder Hessam, Islamwissenschaftler, Historiker und große Rechtsgelehrten wie Ayatullah Chamenei sind da eine große Hilfe. Es gehört eine große Portion Mut dazu den falschen Weg zu korrigieren, um das Wahre und Wahrhaftige wieder herzustellen. Man sollte mich und andere Gläubige verstehen, die sich von Karrikaturen, Koranverbrennungen und Sarrazins Hasspredigten beleidigt fühlen. Hilflos und gedemütigt muss man zuschauen, wie der Religion die Schuld gegeben wird für die Fehler einer radikalen oder unaufgeklärten Minderheit.
Am Ende möchte ich dir Bruder Hessam noch zum Eid gratulieren.
Möge Allah dein Fasten und deine Gebete akzeptieren.
@ Yasmina
Vielen Dank für dein Kompliment. Es freut mich sehr, dass dir die Seite gefällt.
Radikale gibt es in jeder Religion und überall, genauso wie du geschrieben hast. Es kommt darauf an, wie Journalisten, Medien und Politiker mit diesen Themen umgehen. Sie können aus einem “Dorfthema” ein globales Problem machen.
@ Mohammad
Vielen Dank Bruder Mohammad. Möge Allah dich segnen und dir ein langes Leben schenken. Vielleicht könntest du mir nochmal deine Telefonnummer geben, damit ich dich inschaallah kontaktieren kann.