Als Prophet Musa (der Friede sei mit ihm) auf die Welt kam, hatte der Pharao den Befehl gegeben alle männlichen Nachkommen der Hebräer (Bani Israil) zu töten. Sein Befehl beruhte auf einen Traum, indem er ein riesiges Feuer gesehen hatte, dass sich von Palästina nach Ägypten erstreckte. Das Feuer umkreiste die Häuser der Ägypter. Die Hebräer blieben allesamt verschont. Voller Sorge war der Pharao aus dem Traum erwacht und hatte einen Traumdeuter aufgesucht. Sein oberster Priester Hamam deutete ihm den Traum: „Eure Exzellenz! Unter den Bani Israil wird ein Junge geboren werden, der zu einem starken Mann heranwachsen wird. Dieser Nachkomme der Israeliten wird verantwortlich sein für das Ende eurer Herrschaft.“
Als der Pharao diese Worte vernahm wurde er wütend. Er ließ seine Berater zu sich rufen und beratschlagte sich mit ihnen. Auch die Berater hatten bereits von einem kommenden Erlöser gehört. Pharao beschloss alle männlichen Nachkommen der Bani Israil töten zu lassen, in der Hoffnung, dass Prophet Musa getötet wird. Durch seinen Befehl verloren über 100.000 Neugeborene ihr Leben, doch Prophet Musa war nicht unter ihnen.
Der Erlöser wird geboren
Die Geburtshelferin von Prophet Musas Mutter war eine Ägypterin. Als sie sah, dass das geborene Kind ein Junge war, wollte sie sofort die Behörden benachrichtigen. Doch Allah hinderte sie daran. Sie verspürte plötzlich eine ungeheure Zuneigung zu diesem Baby und verzichtete darauf die Behörden zu informieren. Moses Mutter war dennoch sehr besorgt um das Leben ihres Neugeborenen. Die Polizisten könnten jederzeit vorbeikommen und ihr Kind mitnehmen. Um ihr die Sorgen zu nehmen, inspirierte sie Allah mit diesen Gedanken:
Und wir gaben der Mutter von Moses ein: Säuge ihn; und wenn du für ihn fürchtest, so wirf ihn in den Fluss und fürchte dich nicht und sei nicht traurig; denn Wir werden ihn dir wiedergeben und ihn zu einem Gesandten errichten (28:7).
Der Vers beinhaltet zwei Anweisungen:
1. Sie sollte Moses säugen
2. Sie sollte ihn bei Furcht in den Fluss Nil legen.
Der Vers beinhaltet zwei Verbote:
1. Sie soll keine Angst haben, dass er ertrinken wird
2. Sie soll nicht traurig sein über ihre Trennung.
Der Vers beinhaltet zwei Versprechungen:
1. Er wird überleben und zu ihr zurückkehren.
2. Er ist der prophezeite Erlöser und wird bald seine Mission aufnehmen.
Der petzende Tischler
Als Musa gesäugt war, ging seine Mutter zu einem Tischler. Auch er war ein Ägypter, genauso wie der Pharao und seine Gefolgsleute. Aufgrund ihrer Rasse und ihres Blutes, sahen sie sich gegenüber den Hebräern (Bani Israil) überlegen. Prophet Musas den Tischler einen Korb aus Schilf zu bauen. Er fragte: „Wofür benötigst du einen Korb aus Schilf?“ Weil sie eine ehrliche Frau war, sagte sie ihm die Wahrheit: „Ich habe ein Kind auf die Welt gebracht.“ Der Mann bemerkte das Neugeborene und erklärte sich bereit einen Korb zu bauen. Nachdem er fertig war, ging er zu Behörden, um alles zu melden. Er hoffte auf eine große Belohnung. Dort angekommen sagte er: „Ich habe eine großartige Nachricht für euch. Das werdet ihr nicht glauben.“ Alle Menschen versammelten sich um ihn und fragten: „Was hast du zu erzählen? Na los sprich!“ In dem Moment, wo er sagen wollte: „Ich habe einen Korb gemacht für ein Neugeborenes unter den Israeliten.“, konnte er seine Zunge nicht richtig bewegen. Allah hatte ihm die Sprache genommen. Ihm blieb nichts anderes übrig als zu lassen. Dann versuchte er mit Handbewegungen das Geschehene zu verdeutlichen, aber die anderen verstanden ihn nicht. Sie dachten er hätte sich einen Spass ausgedacht und verprügelten ihn, bis er wieder draußen war. Statt der erhofften Belohnung hatte der Tischler nur Schläge erhalten. Allah erteilte ihm eine Strafe, weil er den Tod eines Neugeborenen ihn Kauf nehmen wollte für eine irdische Belohnung.
Anmerkung: Ein Artikel von Hessam Kordian.







