Die Sura al-Qasas ist geteilt in vier Teile. Der erste Teil (1. bis 42. Vers) handelt über das Schicksal der Bani Israil und das Leben von Moses (as). Allah (swt) bereitete Prophet Moses (as) schrittweise auf seine Mission vor. Erst auf seinem Weg vom Exil in die Heimat Ägypten, bekam er in der Wüste von Sinai die Offenbarung. Seine Frau war zu dieser Zeit schwanger. Um ihren Hunger zu stillen, verlies Moses sie für eine kurze Zeit, um nach Essen zu suchen. Als er wieder kam, hatte er nicht nur Essen bei sich, sondern die Botschaft Gottes.
Was können wir aus dieser Geschichte lernen?
Aus dieser Geschichte können wir lernen, dass Zuversicht zu den Eigenschaften der Gläubigen gehört. Sag nicht: „Ich gehe heute zur Arbeit und komme mit soundsoviel Geld zurück.“ Wenn Allah (swt) möchte, werden wir mit viel mehr zurückkommen, genauso wie Prophet Moses (as). Wer nach einem großen Rückschlag, die Hoffnung aufgibt, glaubt nicht an Allah (swt). Allah (swt) sagt eindeutig, dass Er allein der Versorger ist.
Warum symbolisiert Moses Mutter Glaubensstärke?
Wie wir alle wissen, wurde Moses (as) von seiner eigenen Mutter in eine schwimmende Truhe am Ufer des Nils gefunden. Heute würde niemand sein Kind auch nur für kurze Zeit unbeaufsichtigt lassen. Allah (swt) wusste bescheid über den starken Glauben seiner Mutter. Sie wurde unter all den Frauen der damaligen Zeit auserwählt. Sie sollte Moses (as) gebären, ihn in den Fluss legen und am Ende wieder sehen. Der Fluss trug nämlich Moses (as) zum Palast des Pharaos. Dort wurde er von Asiya, die Frau des Pharaos gefunden. Sie nahm ihn bei sich auf und bestellte Moses leibliche Mutter „zufällig“ als Amme ein. So wuchs Prophet Moses (as) doch noch mit seiner Mutter auf.
Der zweite Teil (43. bis 60. Vers) der Sura al-Qasas handelt über Muhammad (saw).
Warum wird plötzlich über Prophet Muhammad (saw) gesprochen?
Allah (swt) erinnert im ersten Teil die Muslime an die Geschichte der Bani Israil und ihre Errettung durch Prophet Moses (as). Im zweiten Teil dieser Sura wird die Brücke geschlagen zu Prophet Muhammad (saw). Auch Muhammad wurde ausgewählt zum Führer, auch er gehört zu den fünf universalen Botschaftern Allahs (ulul-azm).
Der dritte Teil (61. bis 75. Vers) der Sura al-Qasas handelt über den Tag des Jüngsten Gerichts. An diesem Tag werden alle Menschen versammelt werden an einem einzigen Ort. Kein Mensch wird sich vor diesem Tag drücken können. Dann muss jeder die Verantwortung tragen für seine Handlungen.
Welche Relevanz hat das Thema Jenseits im Quran?
Es gibt ca. 1400 Verse (ayat) im heiligen Quran, die über das Jenseits handeln. Über kein anderes Thema wurden so viele Verse offenbart. Nicht einmal über den Eingott-Glauben (tauhid). Von den 6236 Versen des heiligen Quran, handeln somit mehr als ein sechstel über das Leben nach dem körperlichen Tod.
Was ist der Grund dafür, dass dieses Thema so stark betont wurde?
Damit wir Menschen uns bewusst werden, dass wir auf dieser Erde nur für eine kurze Zeit sein werden. Das Diesseits ist nur ein Übergang. Das eigentliche Leben, beginnt nach dem Tod.
Der vierte Teil (76. bis 88. Vers) der Sura al-Qasas handelt von Qarun oder Korah.
Womit wurde Korah geprüft?
Mit einem schlechten Sohn? Nein. Einer schlechten Ehefrau? Nein. Hunger? Nein. Unsicherheit? Nein. Armut? Nein. Korah wurde mit Reichtum geprüft! Wie schön werden sich jetzt vielleicht einige Leser denken, doch die Liebe zum Diesseits ist eines der härtesten Prüfungen. In einer Überlieferung sagt Allah (swt) sinngemäß zu Prophet Dawood (as): „Oh Dawood, die Liebe zum Diesseits ist das Allerletzte, dass das Herz eines Gläubigen verlassen wird.“ Diese Aussage bezieht sich auf die Gläubigen (muminun). Welch hohen Stellenwert die Liebe zum Diesseits bei den Ungläubigen oder weniger Frommen hat, dass kann sich jeder selbst ausmalen. Korah wurde also mit Reichtum geprüft.
Bestand er die Prüfung oder unterlag er ihr?
Er verlor den Kampf gegen seine eigene Seele (dschihad-un-nafs).
Autor: Hessam Kordian







