Moses (ع) dachte darüber nach, dass er ihn finden musste, jenen Mann, von dem Gott gesagt hatte, dass er großes Wissen besitzt und ihm viel neue Weisheit lehren könnte. Er dachte bei sich: Ich bin Gottes Prophet und Gott hat mich viele Geheimnisse gelehrt. Aber jener Gottesdiener, von dem Mein Herr spricht, kann mich noch mehr lehren. Ich muss ihn finden!
Auf seiner Suche erreichte Moses (ع) schließlich die Küste. Zwei Meere grenzten hier aneinander. Er setzte sich, um ein wenig auszuruhen. Plötzlich sah er ganz in der Nähe einen Mann. Der sah genauso aus, wie der Mann, den Gott ihm beschrieben hatte. Ja, das war jener, nach dem er suchte. Er ging auf ihn zu und sagte: „Erlaubst du mir aus der Quelle deines Wissens zu schöpfen und dass ich an dem Licht deiner Rechtleitung ein Lämpchen anzünde?“ Der Mann sagte: „Du wirst nicht bei mir bleiben können und wirst keine Geduld haben, wenn du siehst was ich tue. Denn du weißt nicht, welche Geheimnisse sich dahinter verbergen.“ Moses (ع) blieb beharrlich: „Ich werde nichts gegen dich einwenden. Du wirst sehen: Ich bin ganz geduldig.“ Da stellte sich ihm der Weise vor: „Ich bin Khizr (ع).“
Khizr (ع) war auch ein Prophet Gottes. Er sagte zu Prophet Moses (ع): „Wenn du mich begleiten willst, dann stelle mir keine Fragen, bis dass ich dir selber alles erkläre.“ Prophet Moses (ع) versprach, dies zu tun. Die beiden machten sich auf den Weg. Nachdem sie ein Stück gegangen waren, bestiegen sie ein Schiff. Die Leute auf dem Schiff begrüßten die Beiden sehr freundlich. Doch nach wenigen Augenblicken sah Moses (ع) ungläubig wie Khizr (ع) ein Stück Planke herausriss und ein Leck im Schiff hervorrief. Moses (ع) wollte seinen Augen nicht trauen. Er war doch Gottes Prophet und sein Auftrag lautete: Kampf gegen das Unrecht – Moses (ع) war empört. Er vergaß sein Versprechen und rief Khizr (ع) zu: „Willst du Leute zugrunde richten, die uns so herzlich aufgenommen haben?! – Also wirklich! Du hast etwas Schlimmes getan!“ Khizr (ع) antwortete: „Habe ich nicht gesagt, dass du es nicht ertragen kannst, mein Begleiter zu sein?!“ Moses (ع) fiel ein, was er versprochen hatte. Er entschuldigte und bat Khizr (ع) er soll ihm verzeihen.
Aber bald darauf tat Khizr (ع) wieder etwas, was Moses (ع) in Aufregung versetzte. Khizr (ع) und Moses (ع) begegneten einem Jüngling. Khizr (ع) tötete ihn auf der Stelle, ohne ein Wort zu sagen. Wieder konnte Moses (ع) nicht an sich halten. Er rief laut: „Du hast ein Menschen, ohne dass er etwas verbrochen hat, umgebracht? Da hast du wirklich etwas Hässliches getan!“ Wieder schaute Khizr (ع) Moses (ع) an: „Habe ich nicht gesagt, dass die dich nicht gedulden kannst.“ Und wieder bat Moses (ع) inständig, der möge ihn nicht abweisen und versprach: „Wenn ich dich noch einmal über dein Tun befrage, kannst du mich laufen lassen.“
Moses (ع) und Khizr (ع) setzten ihren Weg fort. Sie erreichten ein Dorf. Aber sie hatten kein Geld um etwas zum Essen zu kaufen. Die Einwohner waren wenig gastfreundlich und keiner gab ihnen etwas zum Essen. Moses (ع) und Khizr (ع) zogen weiter. Sie kamen an einer Mauer vorbei, die in sich zusammengefallen war. Khizr (ع) begann sie wieder aufzubauen. Aber Moses (ع) protestierte: „Du solltest dich dafür von diesen Leuten im Dorf bezahlen lassen!“ Da sagte Khizr (ع): „Nun ist es Zeit dass wir uns trennen. Aber vorher möchte ich dir noch sagen, welche Geheimnisse sich hinter den Dingen, die du nicht aushalten konntest, verbergen. Das Schiff, in das ich ein Loch riss, hat armen Leuten gehört und ihnen dazu gedient, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber sie wurden von einem tyrannischen König, der alle Schiffe auf dem Meer beschlagnahmt, verfolgt. Damit dieser Tyrann das Schiff dieser armen Leute nicht an sich reißt, habe ich in den Schiffsboden ein Loch gerissen. Der Jüngling aber, den ich getötet habe, war ein übler Bursche und beinahe hätte er auch seine Eltern zum Unglauben verleitet und er hätte sie auf Abwege gebracht. Der Herr wollte, dass er ihnen anstelle dieses üblen Burschen ein anderes Kind schenkt, das gut ist. Doch was die Mauer angeht, die ich wider aufgebaut habe, diese Mauer gehört zwei Waisenkindern und unter ihr liegt ein Schatz für sie. Der Herr wollte, dass sie, wenn sie groß geworden sind, diesen Schatz finden. Deshalb habe ich die Mauer wieder aufgebaut, damit der Schatz geschützt bleibt. Dies war ein Segen, den dein Herr geschickt hat. Moses (ع) wurde traurig, weil er sich von Khizr (ع) trennen musste. Er war beeindruckt von seinem Wissen.
Da flog ein Vogel herbei. Khizr (ع) und Moses (ع) sahen, wie er ein wenig Wasser mit seinem Schnabel aufnahm. Und Khizr (ع) sagte zu Moses (ع): „Weißt du was dieser Vogel damit sagen will?“ Er sagt: „Trotz all deiner Kenntnisse, ist dein Wissen und das Wissen Moses (ع) angesichts des Wissens Gottes nur so viel wie der Tropfen, den ich mit meinen Schnabel aus dem Wasser geschöpft habe.“
Mit freundlicher Genehmigung der staatlichen Rundfunkgesellschaft des Iran (IRIB): http://german.irib.ir/







