Der Prophet des Islams – Teil 1

Wir begegnen dem Islam heute in Asien, Afrika, Europa, in Amerika, in den verschiedenen Völkern und Rassen der Welt. Der Islam verließ den arabischen Raum, das heißt das Gebiet Hidschas, in dem er in Erscheinung trat und eröffnete sich weitere Horizonte. Und aller Wahrscheinlichkeit liegt die Zahl der Muslime, die auf Erden leben, weit höher als die, die allgemein seitens westlicher Quellen genannt werden. Der Islam vermochte sich recht schnell zu verbreiten und über die Grenzen der arabischen Halbinsel hinaus zu dringen. Und zwar keinesfalls mit Feuer und Schwert, wie es einige Glaubens machen wollten. Denn dass diese Behauptung nicht korrekt ist, wird heute sogar seitens westlicher bzw. nichtislamischer Wissenschaftler bestätigt.

Das Christentum verbreitete sich dahingegen sehr viel langsamer als der Islam, welcher sowohl auf der arabischen Halbinsel als auch in umliegenden Räumen, in Asien und Afrika und anderswo seine Anhänger fand. Viele waren und sind es, auch in westlichen Ländern, die die Frage nach dem „Warum“ bzw. dem Grund der raschen Verbreitung des Islam aufwerfen. Der bekannte französische Dichter Lamartin erinnert in diesem Zusammenhang an einige Punkte, die insbesondere für den Propheten des Islam zutreffen bzw. ihn von den anderen unterscheiden:

  1. Er war ein Mann, der allein und sozusagen mit „leeren Händen“ die Menschen zu Gott aufrief. Das heißt, ein Mann, ohne Unterstützung, ohne Macht und Einfluss in der Gesellschaft. Selbst sein eigener Stamm arbeitete heftig gegen ihn. Zunächst schloss sich nur Mohammads (ص) Frau, seiner Lehre an und kurz darauf ein Knabe, sein Neffe. Ali Ibn Abi Talib (ع), der in seinem Hause lebte. Doch dann scharten sich recht rasch immer mehr um ihn, wandten sich seinem bzw. Gottes Wort zu, und dies unter größten Schwierigkeiten und Gefahren.
  2. Den zweiten Unterschied sieht Lamartin in der Schnelligkeit, mit der sich der Islam, zunächst in Mekka und Hidschas, dann in anderen geographischen Räumen, verbreitete.
  3. Drittens aber war es das hohe Ziel, das Mohammad (ص) verfolgte.

Lamartin betont, dass in diesen drei genannten Faktoren der Unterschied zwischen dem islamischen Propheten und anderen liege. Bedenke man doch nur, dass das Christentum sehr lange Zeit brauchte, um sich auf Erden seinen Platz verschaffen zu können. Die schnelle Verbreitung des Islam ist in engem Zusammenhang mit dem Verhalten, dem Vorgehen des Propheten des Islam zu sehen. Und dies bestätigt der Heilige Koran und erklärt es auch. Ebenso wie auch die Geschichte darüber Kunde gibt. Nämlich, dass Gesinnung und Vorgehen Mohammads (ص) als auch die Art seiner Einladung zu dem einen, einzigen Gott dazu beigetragen haben, dass sich so schnell und so zahlreich Anhänger um ihn scharten.

Natürlich gibt es noch weitere Gründe, die die rasche Verbreitung herbeiführten. Vor allen Dingen der Koran selber. Die Schönheit, Klarheit und auch Tiefe und Inhalt des koranischen Wortes werden von niemandem bestritten werden können. Der Koran ist zweifellos der erste Grund, dass der Islam so schnell und weitgehend zu Einfluss kam. Doch abgesehen von ihm, dem Heiligen Buch, ist es fraglos die Persönlichkeit des Propheten, die die Herzen der Menschen für sich gewann. Sein Umgang mit den Mitmenschen, seine freundliche wohltuende Gesinnung, sein mildes Vorgehen und die Art, wie er die Menschen führte. Etwas, das auch nach seinem Tode wirksam war. Denn was über ihn berichtet wurde von denen, die ihn miterlebt hatten und so weiter, blieb nicht ohne Auswirkung und trug und trägt unbestreitbar – auch heute noch – zu Einfluss und Verbreitung des Islam auf Erden bei. Auch der Heilige Koran weist auf diese Tatsache hin. Unter anderem dort, wo Gott, gerichtet an Seinen Gesandten, erklärt:

„O Prophet, Gott, in Seiner Güte dir gegenüber, gab dir eine gute und wohltuende Gesinnung. Beschirmt von Seiner Huld begegnest du den Menschen freundlich und voller Milde und Geduld… Wärst du nicht so freundlich und milde und dein Verhalten nicht so wohltuend, würden die Menschen vor dir fliehen…“

Mit anderen Worten, dein wohlwollendes und wohltuendes Verhalten und Vorgehen bedingt es, dass sich die Menschen um dich scharen, dir zuhören und sich dir anschließen. Allerdings, in diesem Zusammenhang ist auf folgendes hinzuweisen, nämlich, dass der Prophet milde und freundlich war und voller Nachsicht und Geduld auch denen gegenüber, die ihm zusetzten und ihn drangsalierten und quälten, bedeutet jedoch nicht, dass er in Grundsatz-Angelegenheiten, wenn es um das Wort und Gebot Gottes ging oder aber um die Tyrannei und Verbrechen einiger anderen gegenüber, nicht konsequent vorgegangen wäre.

Quelle: http://german.irib.ir/

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