Ein wichtiges Ziel des Propheten Gottes bestand in der Rechtleitung der Menschen, und dieses hohe Ziel erforderte ein besonders gutes Verhalten. Zum Beispiel ein gütiges, geduldiges Verhalten. Der Prophet war sehr nachsichtig mit den anderen. Er versuchte, wo es nur möglich war, Nachsicht zu üben. Der Islam vermeidet unnötige Strenge. Er sieht in der Nachsicht eine Notwendigkeit. Der Prophet wandte diesen Grundsatz in seiner Regierung an. Von ihm wurde folgendes Wort überliefert: „Der Klügste von allen ist jemand, der mit Anderen Nachsicht übt.” Aber wenn der Islam von Nachsicht spricht, bedeutet dies nicht, dass die Muslime hinsichtlich der weltlichen und religiösen Angelegenheiten gleichgültig sein sollen.
Im Koran empfiehlt Gott dem Propheten den Weg der Nachsicht und Toleranz, aber hinsichtlich der Entgleisungen und falschen Überzeugungen der Polytheisten rät er ihm: “Sag: Mir wurde nicht gestattet, die anzubeten, die ihr euch neben Gott als Götter genommen habt.” Der Prophet musste also seinen Grundsätzen treu bleiben. Gegenüber falschen Überzeugungen durfte er nicht gleichgültig sein. Der Erfolg des Propheten geht demnach auf Toleranz in Begleitung von Entschlossenheit zurück. Der Prophet strebte Gespräche mit den Schriftbesitzern an und schloss mit ihnen Abkommen mit dem Ziel, ein friedliches Zusammenleben zwischen ihnen und den Muslimen zu erreichen. Auf diese Weise stellte er geeignete Bedingungen für einen Gedankenaustausch und Verständigung her. Auch die Nicht-Muslime waren an Abkommen und allgemeiner Einigkeit interessiert, denn eine sichere Atmosphäre nützt immer allen Mitgliedern einer Gesellschaft. Die Sicherheit in der Gesellschaft schuf auch Bedingungen für die Nicht-Muslime, um den Islam besser kennen zu lernen.Manchmal schickte der Prophet auch eine Delegation zu den Gegnern, um Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Er schickte Briefe an andere Regierungen oder Islamkundige in den Volksstämmen, damit diese den Islam vorstellen. Hiermit zeigte er, dass die Sprache des Islams die Sprache des Dialoges und der Logik ist, nicht die Sprache der Einschüchterung und des Zwanges. Der englische Philosoph Bertrand Russel schreibt: „Einige hervorragende Eigenschaften, die man heute (im Okzident) zu den eigenen guten Sitten zählt, hat man vorher im Orient viel besser eingehalten. Die Nachsicht und Toleranz zu Beginn des Islams und insbesondere unter der islamischen Regierung in Medina, und das Verhalten der Muslime zu den Christen war sehr gerecht und fair. Das Verhalten des Propheten des Islam ging immer mit Nachsicht einher. Er hat, im Gegenteil zu den Methoden im mittelalterlichen Europa, kein inquisitorisches System und keine Inquisitionskerker errichtet.”
Der Prophet und seine Anhänger haben 13 Jahre lang Widerstand gegen das Unrecht der Mekkaner geleistet, ohne mit Gegengewalt zu reagieren. Der Prophet schickte Muslime aus, um den Islam vorzustellen. Seine Boten stellten die Koranverse vor. Der Koran hatte eine große Anziehungskraft. Der Prophet reagierte oftmals mit Schweigen auf Spott oder Anfeindung, weil er hoffte die Leute würden selber merken, dass sie im Irrtum sind. In den Geschichtschroniken steht: „Ein junger, jüdischer Mann war von einigen Feinden des Propheten aufgestachelt worden, damit er zwischen den Volksstämmen O’us und Khasradj Zwietracht stiftet. Es wäre beinahe zu einem Krieg gekommen. Aber durch Vermittlung und guten Rat konnte der Prophet den Streit wieder beilegen. Der Prophet wusste, wie es zu dieser Zwietracht gekommen war, aber er überging großzügig das Vergehen des jungen Juden.” Ein anderes Beispiel ist das Verhalten des Propheten zu Malek Ibn A’uf. Er zog mit seinem Heer gegen den Propheten in den Krieg, erlitt aber eine Niederlage und floh nach Taif. Der Prophet schickte ihm eine Botschaft: „Wenn du kommst und bereust, ist deine Schuld vergeben.” Malek vertraute dem Propheten. Er kehrte zurück und das gütige Verhalten des Propheten beeindruckte ihn so sehr, dass er Muslim wurde. Der Prophet bestimmte ihn zum Verwalter von mehreren Volksstämmen.
Manchmal waren die Maßnahmen der Gegner eine Bedrohung für die junge islamische Gesellschaft. Und der Prophet konnte keine Nachsicht mehr üben. Immer wenn die Grundlage der Religion das Ziel der Zwietrachtstifter wurde, zeigte der Prophet sich unnachgiebig. Bei der Wahrung von Grundsätzen wie Gerechtigkeit, Bekämpfung der Unterdrückung und des Unrechts, des Aberglaubens, der Götzenanbetung und des Unglaubens handelte er mit Entschiedenheit.
Die Beachtung der göttlichen Gebote stand an erster Stelle. Der Prophet war fest davon überzeugt, dass durch Beachtung dieser Gebote die Rechte aller Menschen abgesichert werden. Zum Beispiel ging er hart gegen diejenigen vor, die sich an der Volkskasse bereicherten oder jene, die die gesellschaftliche Sicherheit in Gefahr brachten. Wie Sie wissen, hat der Prophet mit den drei großen jüdischen Volksstämmen in Medina Abkommen geschlossen. Aber diese haben die Abkommen verletzt und sogar die Feinde der Muslime unterstützt und Zwietracht unter die Muslime gestreut. Der Prophet war gezwungen, hart gegen sie vorzugehen.
Zum Abschluss noch ein Beispiel über das milde Verhalten des Propheten: Der Prophet hatte nach der Rückeroberung von Mekka geboten, dass man Allen ihre Schuld erlassen soll. Trotzdem war der Sohn Abu Djahls „Akramah” nach Yemen geflüchtet. Seine Frau, Ome Hakim, war schon gleich bei der Eroberung Mekkas Muslimin geworden. Sie ging zum Propheten und bat ihn, er solle ihrem Gemahl Akramah verzeihen, damit er nach Mekka zurückkehren und wieder gut machen kann, was er vorher getan hatte. Der Prophet erfüllte ihre Bitte. Ome Hakim reiste zu ihrem Mann und bat ihn er soll nach Mekka zurückkehren. Sie sagte: „Du hast zu schnell über Mohammad geurteilt. Er ist der edelste unter den Geschöpfen Gottes. Du kannst ihm mehr als jedem anderen vertrauen. Er ist nicht gekommen um Krieg zu führen, sondern um die Botschaft des Friedens zu verbreiten. Er hat den Höhepunkt der Macht erreicht, aber allen seinen Feinden verziehen und ihnen Sicherheit versprochen.” Schließlich kehrte Akrameh mit seiner Gemahlin zurück. Reuevoll trat er zum Propheten. Der Prophet bestätigte ihm, dass er in Sicherheit ist. Akrameh war sehr überrascht. Wie sehr hatte sein Vater Abu Djahl den Propheten und seine Gefährten schikaniert und gequält! Er dachte, der Prophet könnte sich nun ganz leicht dafür an mir rächen. Doch wie gütig dieser zu ihm war. Akrameh begann daran zu glauben, dass er der Prophet Gottes ist. Er sagte zum Propheten: „Was du mir auch befiehlst, ich werde es tun.” Der Prophet sagte: „Diene und kämpfe auf dem Wege Gottes.” Akrameh wurde Muslim. Er übergab dem Propheten eine große Spende für den Fortschritt des Islams.








Das Video mit dem Imam erfreut mich. Gute Arbeit. Ich schreibe gerade aus dem Internetcafé.
Grüsse Mohammad