Der Fastenmonat – Teil 2

Der Vorzug der Menschen gegenüber den anderen Lebewesen ist sein Verstand, und was die Verständigen voneinander unterscheidet und den einen über den anderen stehen lässt, sind Wissen und Charakter. Ein guter Charakter prägt das Verhalten des Menschen. Ist er freundlich zu den anderen und behandelt er sie richtig, so deutet dies auf seinen guten Charakter hin. Sich einen guten Charakter zulegen: Das ist einer der Grundsätze, den der Fastenmonat Ramadan empfiehlt.

Der Monat Ramadan ist eine gute Gelegenheit, Freundlichkeit und richtigen Umgang mit den anderen zu üben, damit uns eine solches Verhalten zur lieben Gewohnheit wird und wir nach diesem Monat weiter so bleiben. Schon mit einem netten Gruß und einem freundlichen Lächeln können Unstimmigkeiten zwischen zwei Menschen wieder aus der Welt geschafft werden, und wie viele Freundschaften kamen nicht schon auf diesem einfachen Wege zustande!

In der islamischen Überlieferung heißt es, dass freundliche Menschen Gott näher sind und es heißt auch, dass diese schöne Angewohnheit dem Menschen in diesem und im kommenden Leben Wohl und Glück bringt. Ein freundlicher Charakter ist dem Menschen eine große Hilfe im Leben. Jeder verkehrt gerne mit einem Menschen, der nett ist. Solche Menschen haben – wie die Erfahrung zeigt – mehr Erfolg im Leben. Schauen wir uns nur das Leben des Propheten des Islam an! Ein wichtiger Grund für seine Ausstrahlungskraft war sein edles Denken und Handeln. Seine Güte ist zweifelsohne einer der Gründe gewesen, dass die Menschen sich im zuwandten. Gott hat im Heiligen Koran das milde Wesen des Propheten als eine göttliche Segensgabe bezeichnet. Der Prophet war zu allen freundlich, selbst zu denen, die auf dem Irrweg waren.

Anas ibn Malik berichtet:

„10 Jahre lang habe ich dem letzten der Gottgesandten gedient. Er hat mich in dieser Zeit niemals hart behandelt. Stets war sein Verhalten würdig. Ich erinnere mich, wie er im Monat Ramadan abends immer mit etwas Milch und Brot sein Fasten brach. Einmal kam er später als sonst nach Hause. Ich dachte, er wäre bei jemandem eingeladen gewesen. Deshalb aß ich seine Fastenspeise auf. Doch eine Stunde später kehrte der Prophet zurück. Ich fragte seinen Begleiter: Hat der Prophet etwas zum Fastenbrechen gegessen? Der antwortete Nein! Da wurde mir ganz anders und ich dachte nur noch: Nicht dass der Prophet etwas zum Fastenbrechen will! Doch der Prophet sah mich mit seinem freundlichen Lächeln im Gesicht an und brach sein Fasten mit etwas Wasser. Da begriff ich, dass er wusste, was passiert war. Aber nicht nur an dem Abend sondern bis an sein Lebensende hat er kein einziges Wort darüber zu mir gesagt.“

Folgende Worte stammen vom Propheten des Islams:

„Dessen Glauben ist mehr wert, dessen Charakter und Verhalten besser ist und ich mag den am meisten, dessen Charakter und Verhalten am besten ist.“

An anderer Stelle sagte er:

„Der wichtigste Grund, der mein Volk das Paradies und ewiges Glück erreichen lässt, sind die Gottesfürchtigkeit und das gute Verhalten.“

Auch Luqman, der Weise, empfahl seinem Sohn:

„Wenn du deinen materiellen Besitz, mit dem du an deinen Verwandten und Freunden gute Werke tun könntest, verlieren solltest, so verlier nie dennoch nie den anderen Reichtum namens: Freundlichkeit und Güte.“

In einem Wort von Imam Baqir heißt es:

„Beginn jeden Tag wie ein Gelehrter oder ein Schüler. Nimm dich davor in Acht, dass dein Leben begleitet von blind machenden Vergnügungen und schädlichen Genüssen – vorübergeht.“

Quelle: IRIB – Das deutsche Programm

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