
- Auszug aus einer Ansprache von Imam Sayyid Ali Khamenei -
Die islamische Ummah ist ein großer lebendiger Organismus, da sie dasselbe Ziel und dieselben Ideale hat. Es handelt sich hier nicht nur um die Ziele und Ideale einer Nation oder eines Landes der islamischen Gemeinde. Es sind Ideale der gesamten islamischen Welt. Damit diese Ideale wiederbelebt und verwirklicht werden, müssen wir näher zusammenrücken. Die islamischen Regierungen können zu einer Brücke für die Annäherung der Völker werden und die Völker werden einander näher kommen, wenn sie miteinander über ihre Erfahrungen, ihre Moralvorstellungen und Mentalität sprechen. Was die islamische Ummah dann erreicht, wird sehr wertvoll und wichtig sein.
Die Islamische Welt ist heute fortlaufenden Angriffen ausgesetzt, die die imperialistischen Mächte nicht nur auf einzelne islamische Länder oder ein Volk richten, sondern deren Ziel die gesamten islamische Ummah ist. Ein solcher Fall liegt bei der islamischen Rechtsprechung und den islamischen Gesetzen vor. Der Islam weist ein progressives und weises Justizgesetz auf. Die islamischen Gesetze gehören zu den besten und fortschrittlichsten der Welt.
Richten wir unseren Blick darauf, was die Gelehrten des Islams im Laufe der Jahrhunderte in den verschiedenen Ländern im Bereich des islamischen Rechts erreicht haben. Hier sehen wir sehr wertvolle Errungenschaften. Hätten wir uns in der islamischen Welt in all den Jahren auf diese Errungenschaften konzentriert, hätten wir sie angesichts des Gesetzes vom Wandel und Fortschritt, auf immer höhere wissenschaftliche Ebene stellen können. Aber dies ist in der Islamischen Welt nicht geschehen. Genauso wie die imperialistische Macht und Gewalt in politischen und wirtschaftlichen Fragen die islamische Gemeinschaft unterdrückt hat, hat sie auch in kulturellen und rechtlichen Fragen ihre Hegemonie über die islamischen Länder und islamischen Völker praktiziert und unsere Rechtsprechung wurde ohne triftige Gründe eine europäische, eine westliche. Das ist ein Problem der Islamischen Welt.
Die Islamische Welt braucht heute wieder Selbstvertrauen und Vertrauen auf Gott. Wir müssen zu unserem Selbstvertrauen zurückfinden. In der Islamischen Welt begegnet man manchmal einem religiösen Rechtsgelehrten, der nicht das Selbstvertrauen hat, ein religionsrechtliches Gutachten auszustellen. Oder ein Richter ist für ein Urteil nicht selbstbewusst genug und macht vor dem propagandistischen Angriff der Gegner des Islams einen Rückzieher. Die Islamische Welt braucht heutzutage Selbstvertrauen, sowohl im Bereich der Politik, als auch in den verschiedenen Sektoren der Wirtschaft und ebenso in den verschiedenen geistigen Bereichen, wie zum Beispiel den juristischen Fragen und den islamischen Gesetzen.
Wir sehen, dass manchmal ein islamisches Urteil von einem Rechtsgelehrten nicht unterstrichen oder sogar abgelehnt wird. Der Grund für dieses Urteil ist, dass der Westen es nicht goutiert. Das ist bedauerlich, da wir eindeutige Maßstäbe haben. Unsere Maßstäbe sind die Schrift und die Sunnah (Überlieferungen des Propheten). Das sind Maßstäbe, die für die richtige Regelung des menschlichen Lebens heute, d. h. im 21. Jahrhundert, noch immer gelten und nützlich sind. Wir sind zeitlich nicht zurück. Wenn wir richtig zu den islamischen Geboten zurückkehren, können wir die heutigen Bedürfnisse der Menschheit besser regeln als die westliche Kultur. Sie sind Zeuge, was das Ergebnis der kulturellen Vorherrschaft des Westens auf der Welt war und ist: Es gibt keine Gerechtigkeit. Es gibt keine Sicherheit. Feindschaft, Zwietracht und Hass herrscht unter den Menschen, der Geist von Brüderlichkeit ist in weite Ferne gerückt. Eine ungezügelte Hegemonie der Mächte herrscht auf der Welt. Dies sind alles Produkte der westlichen Kultur und seiner kulturellen Hegemonie über die Welt.
Sie sehen wie muslimische Minderheiten in den Ländern, die angeblich freiheitlich denken, behandelt werden. Vergleichen sie diese Behandlung mit der des Islams in den verschiedenen Epochen gegenüber Minderheiten, die es in den islamischen Ländern gab. Nach den Siegen in der Zeit des Friedens während der Herrschaft der ersten vier Kalifen haben die Muslime Nicht-Muslime freundschaftlich und gütig behandelt. In dem Gebiet des damaligen oströmischen Reiches, welches sich heute aus mehreren islamischen Ländern zusammensetzt, lebten damals eine Zahl von Juden und es steht in der Geschichte geschrieben, dass diese, als die Muslime sie verließen, bei der Thora schworen, dass die Muslime zu ihnen gerecht waren und sie lobten dieses gerechte Verhalten. Heute leben in unserem Land Juden, Christen und Zoroastrier in Freiheit. Sie schicken ihre Vertreter ins Parlament und begehen ihre Gottesdienste. Das ist der Islam! Vergleichen Sie nun die Behandlung der Minderheiten vonseiten des Islams mit der Art und Weise, wie die angeblichen Verfechter der Menschenrechte heute mit religiösen Minderheiten, insbesondere der muslimischen, in ihren Ländern umgehen!
Die Welt heutet dürstet nach Gerechtigkeit. Sie sehnt sich nach Sicherheit und einer Welt ohne jede Art von Diskriminierung. Der Islam kann dafür sorgen. Die westliche Kultur und Zivilisation hat gezeigt, dass sie keine Gerechtigkeit für die Menschheit herstellen kann. Der traurigste Beweis hierfür ist die Lage in Palästina. Die zionistischen Machthaber sagen ganz offen: „Wenn zwischen uns Zionisten und Palästinensern in den besetzten Gebieten Gleichheit hergestellt wird, ergeht es uns genauso wie den Herrschern in Südafrika.” Sie geben also die Apartheid zu. Sie geben die Diskriminierung der Palästinenser offen zu. Und die Welt hört zu. Die Welt, die den westlichen Gesetzen und der westlichen Kultur unterliegt, hört das alles, aber sie erfüllt ihre Pflicht nicht. Das ist eine Lage, die uns alarmiert.
Wenn wir gemäß unserer eigenen Überzeugung, auf Basis von Überlegung und Planung geschlossene Maßnahmen ergreifen, wird Gott der Erhabene uns Erfolg schenken. Wir müssen auf Gott den Erhabenen vertrauen. Wann und wo haben wir auf Gott vertraut und er hat uns nicht geholfen? Immer wenn wir Probleme hatten, geschwächt wurden und scheiterten, haben wir vorher genau in diesem Punkt nicht richtig gehandelt. Wir haben nicht so gehandelt, wie es recht war. Aber dort, wo wir rechtmäßig gehandelt haben, hat Gott uns geholfen. Das ist ein göttliches Versprechen: „Gott hat denjenigen von euch, die glauben und tun, was recht ist, versprochen, dass er sie auf der Erde zu seinen Stellvertretern (Nachfolger) macht, so wie er diejenigen, die vor ihnen lebten, Stellvertreter (Nachfolger) werden ließ (Sure Nur, 24, Vers 55). Dazu gibt es noch viele andere Verse im Koran.
Quelle: www.khamenei.ir
ISLAM IST FRIEDEN – Der Islamblog







